Die Zugreisenden Matthias und Kristin Bergmann (vorn) wurden von Malchows Bürgermeister und Monika Göpper (links) am
Die Zugreisenden Matthias und Kristin Bergmann (vorn) wurden von Malchows Bürgermeister und Monika Göpper (links) am Südbahn-Haltepunkt Malchow empfangen. Susann Salzmann
Ende des Saisonverkehrs

Südbahn-Freunde fordern Erhalt der Strecke

Die Saison ist zu Ende: Am Sonnabend rollte die Südbahn zwischen Malchow und Parchim sowie Meyenburg und Güstrow das letzte Mal in diesem Jahr.
Malchow

Kristin und Matthias Bergmann konnten es kaum nachvollziehen, dass die Südbahn auf bestimmten Teilstrecken nun noch als Saisonverkehr für die Bevölkerung da ist. An vier Tagen in diesem Juli und August rollte die Südbahn zugunsten der touristischen Belebung von Malchow nach Parchim und Güstrow nach Meyenburg.

Am Samstag war sie letztmalig in diesem Jahr als touristisches Transportmittel auf diesen Strecken unterwegs. Einen Regelbetrieb gibt es nicht mehr. „Das ist schade für die Bevölkerung, die dem Umweltgedanken nach mit so wenig Abgasen in der Luft wie möglich leben wollen”, sagte die Zugreisende Kristin Bergmann, die mit ihrem Mann die Gunst der Stunde für eine Tour zwischen Parchim und Malchow nutzte.

Viele Stimmen für die Südbahn

Die gebürtige Penzlinerin (bei Gallin) arbeite zusammen mit ihrem Mann in Berlin, fahre aber des Öfteren in die „alte” Heimat. „Dort kommen wir wunderbar ohne Auto aus. Wir würden ganz auf das Auto verzichten, wenn ein Bahn-Aus wie hier nicht drohen würde”, sprachen sich beide so wie viele andere Fahrgäste für einen Regelbetrieb der Südbahn auf der benannten Strecke aus.

Mit ihrer Ansicht vertritt das Ehepaar genau dieselbe Ansicht wie Malchows Bürgermeister René Putzar (parteilos) und Monika Göpper, Sprecherin der Bürgerinitiative (BI) „Pro Bahn”, die sich für den Erhalt der Südbahn einsetzt.

Viemal steuerte die Südbahn an diesem Tag die Inselstadt aus Richtung Parchim an. Jedes Mal mit einer Schar von Besuchern. Das zeige, dass das Bahnangebot durchaus angenommen werde. Zusätzlich begründete Putzar die Notwendigkeit des Erhaltes mit einem drohenden Kollaps einiger Großstädte. Sollen Menschen nicht massenweise in die Stadt strömen, müsse eine gewisse Infrastruktur für die Bevölkerung vorgehalten werden.

Gemeinsamer Klimaschutz

Die Gleichung zum Glück heißt: Mobilität = Daseinsfürsorge. Und sicherlich hegt nicht nur das Ehepaar Bergmann den Umweltgedanken. „Wir wollen gemeinsam mit Bus und Bahn Klimaschutz betreiben. So entlasten wir die Städte”, sagte Putzar bei einem kleinen Empfang der Südbahn-Nutzer am Samstag.

Um das drohende Aus der Bahntrassen zwischen Parchim und Malchow sowie zwischen Plau und Güstrow zu verhindern, könnte man dem Betreiber der Südbahn – der Hanseatischen Eisenbahn GmbH – etwa mit deutlich gesenkten Trassengebühren entgegen kommen, unterbreitete Göpper einen Vorschlag.

 

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