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Tausend-Seen-Land hilft überfluteten Regionen

Katrin Müller, Karsten Thurow und Cornelia Runge wollen den Bayern und Sachsen helfen. [KT_CREDIT] FOTO: Thomas Beigang

VonThomas BeigangDie Touristiker rings um die Müritz zeigen Herz für ihre Kollegen in den vom Hochwassser betroffenen Landstrichen. Aus der Aktion könnte ...

VonThomas Beigang

Die Touristiker rings um die Müritz zeigen Herz für ihre Kollegen in den vom Hochwassser betroffenen Landstrichen. Aus der Aktion könnte sogar eine dauerhafte Partnerschaft entstehen.

Müritzregion.Des einen Uhl, ist des anderen Nachtigall. Weil Tourismusregionen in Bayern oder der Sächsischen Schweiz derzeit in den Fluten des Hochwassers versinken, können sich Hoteliers und Inhaber von Ferienwohnungen rings um die Müritz über mehr Gäste freuen. Katrin Müller von der Tourist-Info in Malchow hat schon Feriengäste empfangen und vermittelt, die sich wegen des ausgefallenen Urlaubs im Hochwassergebiet kurzerhand für Ferien im Herzen Mecklenburgs entschlossen haben. „Das sind nicht wenige gewesen“, so die Tourismus-Fachfrau. Cornelia Runge aus dem Haus des Gastes in Waren kann über ähnliche Erfahrungen berichten.
Aber Touristiker halten zusammen. Wie Katrin Müller sagte, habe man sich trotz aller Konkurrenz dazu entschlossen, den Kollegen in Bayern und Sachsen zu helfen. Die Vertreter der Region „Müritz plus“ – Malchow, Plau, Waren, Röbel und Rechlin, haben sich mit ihren hochwassergeschädigten Kollegen im Süden in Verbindung gesetzt und angeboten, Informationsmaterial und Gastgeberverzeichnisse in den hiesigen Touristikinformationen auszulegen und zu verteilen. „Unsere Mitarbeiter werden unseren Gästen die süd- und südostdeutschen Ferienregionen speziell für die Nachsaison und das nächste Jahr empfehlen“, so Katrin Müller. Man habe die Kollegen gebeten, 1000 Exemplare ihrer Gastgeberlisten hoch in den Norden zu schicken. „Die Reaktion war überwältigend“, freut sich Cornelia Runge. So schrieben die Sachsen: „Ein tolles Angebot, ein riesiges Danke dafür.“ Und aus dem bayerischen Deggendorf hieß es: „Wir freuen uns, dass auch Kollegen aus anderen Ferienregionen an uns denken.“
Denkbar ist für die nächste Zukunft auch, daraus eine dauerhafte Kooperation erwachsen zu lassen, überlegt Karsten Thorun aus dem Haus des Gastes in Röbel. Schließlich seien die Bayern und Sachsen keine echten Konkurrenten, an der Seenplatte erwartet der Gast viel Wasser und Wald und im Süden die Berge. „Warum nicht abwechselnd zu uns und das nächste Mal eben in die Berge zum Wandern?“

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beigang@nordkurier.de