Die Mitarbeiterinnen im Bärenwald Müritz trauern um Braunbärin Clara.
Die Mitarbeiterinnen im Bärenwald Müritz trauern um Braunbärin Clara. Riccardo Maywald
Acht Jahre lang lebte Braunbärin Clara im Bärenschutzzentrum  im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.
Acht Jahre lang lebte Braunbärin Clara im Bärenschutzzentrum im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Riccardo Maywald
Im Mai 2019 ging es der Bärin noch gut. Hier wurde das fast drei Zentner schwere Tier mittels Tragetuch auf eine Waage ge
Im Mai 2019 ging es der Bärin noch gut. Hier wurde das fast drei Zentner schwere Tier mittels Tragetuch auf eine Waage gehievt. Bärin Clara wurde seinerzeit ein fünf Zentimeter langer Fangzahn gezogen. Susann Salzmann
Schutzzentrum Vier Pfoten

Team im Bärenwald Müritz trauert um Bärin Clara

Schon lange fraß die Braunbärin wenig, doch eine Operation half zunächst. Nun kam der Krebs offenbar wieder.
Stuer

Die Mitarbeiterinnen des Bärenwald Müritz mussten Abschied von Braunbärin Clara nehmen, die am Montag im Alter von 28 Jahren verstorben ist. Sie lebte seit acht Jahren in dem Bärenschutzzentrum der internationalen Tierschutzstiftung Vier Pfoten in Stuer (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte). „Für uns ist es sehr schmerzlich, Clara zu verlieren. Sie war eine scheue, aber überaus liebenswerte Bärin“, sagte Winnie Rösner, Betriebsleiterin im Bärenwald Müritz.

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Krebs disgnostiziert

Bereits im Mai vergangenen Jahres beobachteten die Tierpflegerinnen, dass Clara immer weniger fraß und schließlich gar keine Nahrung mehr zu sich nahm. Marc Gölkel, Tierarzt des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW), untersuchte Clara damals. Dabei entdeckte der Veterinärmediziner eine Darmeinstülpung, die einen operativen Eingriff erforderlich machte. Clara überstand den Eingriff gut, musste jedoch zwei Wochen in ihrem Bärenhaus in Quarantäne verbringen, damit die große Narbe an ihrem Bauch verheilen konnte. Die Untersuchungen ergaben, dass Clara unter Krebs litt, der jedoch bei einer weiteren Operation entfernt werden konnte.

Winterschlaf war nur kurz

Die Bärin erholte sich im vergangenen Jahr zunächst gut von der OP. Im November 2021 ging Clara wie gewohnt in Winterruhe, erwachte jedoch ungewohnt früh bereits im Januar. Dabei zeigte sie einen verschlechterten Allgemeinzustand. Eine Untersuchung im IZW, zu dem Clara vom Bärenwald Müritz aus transportiert wurde, bestätigte leider die Befürchtungen: Die Computertomografie ergab, dass sich Bereiche ihres Magenausgangs vergrößert hatten. Worum genau es sich genau handelt, wird erst die sich anschließende pathologische Untersuchung ergeben. Es liegt aber der Schluss nahe, dass es sich um einen Folgetumor handelt, so die Experten. Aufgrund des Untersuchungsergebnisses entschied sich der zuständige Tierarzt dafür, Clara von ihrem Leiden zu erlösen

Erinnerungsstein unter einer alten Buche

Clara lebte seit 2013 im Bärenwald Müritz. Sie kam gemeinsam mit ihrer bereits verstorbenen Mutter Mary und ihrer ebenfalls verstorbenen Schwester Sonja aus dem Tiergarten Mönchengladbach in das Schutzzentrum. Die Bärin Clara war etwas ängstlich und sensibel. Das Tier konnte sich zunächst nur langsam in den Bärenwald Müritz einleben und brauchte lange, um das komplette weitläufige Gehege anzunehmen. Aber unter den artgemäßen Bedingungen des Bärenwald Müritz wuchs Claras Selbstbewusstsein. Zuletzt teilte sie sich ein Gehege mit der ebenfalls betagten Bärin Sindi. Nachdem im Sommer 2021 Claras Diagnose deutlich machte, dass es nicht gut um die Bärin stand, kümmerten sich die Tierpflegerinnen weiterhin sehr liebevoll um sie, sodass die Bärin ihren Lebensabend im Bärenwald wohlbehütet verbringen konnte. Clara wird, genauso wie alle anderen Bären, die im Bärenwald Müritz gelebt und ihr Lebensende erreicht haben, einen Erinnerungsstein bekommen – unter einer riesigen, alten Hainbuche mitten im Park.

 

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