THEATERSTÜCK MALCHOW

Theaterstück liegt schon in Schublade

Zum Malchower Volksfest, dem immateriellen Kulturerbe der Unesco, gehört immer auch ein Theaterstück – von Malchower geschrieben und gespielt für Malchower. Das für 2020 ist bereits fertig.
Gustav Nagel ist seit diesem Jahr wieder der Autor für das Theaterstück zum Malchower Volksfest.
Gustav Nagel ist seit diesem Jahr wieder der Autor für das Theaterstück zum Malchower Volksfest. Petra Konermann
Malchow.

Nach dem Malchower Volksfest ist vor dem Malchower Volksfest. Gustav Nagel, seit diesem Jahr wieder Autor des Theaterstücks zum Volksfest, weiß das nur zu gut. Denn nach der gelungenen Aufführung des Stückes „Feiert schön, Kinder, Frauen! Bewegt euch“ in diesem Jahr wurde Gustav Nagel von seinen Darstellern gleich gefragt: „Und was spielen wir im nächsten Jahr?“. Eine Antwort auf diese Frage bleibt der Malchower nicht lange schuldig.

Kaum war das 2019er Volksfest vorbei, setzte er sich hin und schrieb das Stück für 2020. Komplett fertig ist es jetzt, sogar die einzelnen Rollen hat Nagel schon (im Kopf) an die Laien-Darsteller vergeben. Und einen Titel gibt es natürlich ebenfalls: „Eisenbarth ante Portas“. Eine Geschichte, die im 18. Jahrhundert angesiedelt ist und in der sich alles darum dreht, wie die Malchower vom Großherzog die Erlaubnis erlangen wollten, die für die Stadt lebenswichtige Verbindung zwischen der Malchower Insel und dem Festland zu verbessern. Aber verflixt nochmal, der Bürgermeister von Malchow ist gerade unpässlich – genau zu dem Zeitpunkt, als er beim Großherzog antanzen und vorsprechen soll, um dem Vorhaben die von den Malchowern gewünschte Richtung zu geben! Des Bürgermeisters gewiefte Frau hört davon, dass der damals berühmte Wanderchirurg Eisenbarth gerade in der Gegend ist. „Damals war Andreas Eisenbart als Chirurg in Deutschland sehr berühmt, es ist eine Figur, die es wirklich gegeben hat“, erzählt Gustav Nagel.

Eisenbarth gilt als deutscher Handwerkschirurg, der durch seine Heilerfolge als fahrender Wundarzt landesweit großen Ruhm erlangte. In Preußen wurde er wegen seiner augenärztlichen Leistungen vom „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. zum Hofrat und Hof-Augenarzt ernannt. Eisenbarths Operationstechniken wurden noch 25 Jahre nach seinem Tod von dem Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie in Deutschland, Lorenz Heister, als mustergültig gewürdigt.

Eisenbarth und kein anderer soll den unpässlichen Malchower Bürgermeister auf Vordermann bringen – koste es, was es wolle! Der Wanderarzt wird also nach Malchow gelockt: Er soll den Bürgermeister fit machen und gleich auch noch die anderen Kranken in der Inselstadt heilen. „Die Armen kostenlos, die Reichen gegen Gold“, berichtet Gustav Nagel, für den das Stück somit auch gleich noch zu einer modernen Parabel wird.

„Das Stück ist mir regelrecht aus der Feder geflossen“ meinte Gustav Nagel. Wenn „Eisenbarth ante portas“ denn 2020 aufgeführt werden sollte, dann gerne in barocker Ausstattung: „Das bietet sich an, es wäre schön, wenn wir auch hinsichtlich der Kostüme aus dem Vollen schöpfen könnten“, meinte der Autor.

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