Mit 36 noch Azubi

Thüringerin arbeitet jetzt an der Müritz in ihrem Traumberuf

Für ihre setzte sich Maria Schwaab noch einmal auf die Schulbank und büffelte für ihren neuen Traumberuf. Mit Erfolg: Heute arbeitet sie in Waren in einem Krankenhaus.
In Waren hat Maria Schwaab ihr neues berufliches Zuhause gefunden.
In Waren hat Maria Schwaab ihr neues berufliches Zuhause gefunden. Susann Salzmann
Maria Schwaab (links) macht ihre Zweitausbildung zur Krankenpflegerin im Warener Mediclin-Klinikum.
Maria Schwaab (links) macht ihre Zweitausbildung zur Krankenpflegerin im Warener Mediclin-Klinikum.
Waren

Im September 2018 fasste sich Maria Schwaab ein Herz und traf eine Entscheidung, für die es viel Mut braucht. Nachdem die Röbelerin ihr privates Glück an der Müritz gefunden hatte, sollte das berufliche nicht hintenan stehen: Mit damals 36 Jahren begann sie die dritte Ausbildung in ihrem Leben als Gesundheits- und Krankenpflegerin.

„Ich habe meinen Traumberuf und einen tollen Arbeitgeber gefunden“, konstatiert die Pflegerin heute, knapp drei Monaten, nachdem sie im Warener Mediclin nach ihrer abgeschlossenen Ausbildung im August sofort eine Festanstellung bekam. Nun arbeitet sie auf ihrer Wunschstation bei der Geburtshilfe und Frauenheilkunde.

Lehrzeit mit Corona-Hürden

Seither hat sie fast täglich Kontakt mit Neugeborenen und mit stolzen, aber auch manchmal verunsicherten Müttern, denen sie dann beisteht, sie berät, ihnen zur Hand geht. Immer mit einem sympathischen Lächeln und liebevollen Worten auf den Lippen. Maria Schwaab ist selbst dreifache Mutter, sie liebt ihre Familie über alles. Auch, weil von dort während der dreijährigen Ausbildung der Rückenwind kam, ganz viel Kraft in die Ausbildung zu stecken.

In der Pflegerausbildung war sie von Beginn an die Älteste in der Klasse. „Zum Schluss waren wir in der Ausbildungsklasse 28 Leute“, erinnerte sie sich, die meisten Azubis waren zwischen 16 und 17 Jahren alt. Ausgegrenzt habe sie sich aber nie gefühlt, sagte die heute 39-Jährige. Die Hälfte der Lehrzeit stand unter Corona-Einschränkungen. Der Lernalltag bestand daher nicht selten aus Homeschooling mit Computer und Headset in den eigenen vier Wänden.

Auf der Geburtsstation ist’s am schönsten

Dass Maria Schwaab einmal im Warener Krankenhaus arbeiten würde, konnte sie sich vor zehn Jahren noch nicht vorstellen. Mit 17 Jahren wurde sie zum ersten Mal selbst schwanger. Sie bekam das Kind, aber der Start in ihr Berufsleben war dadurch nicht allzu leicht, ihre Koch-Lehre musste sie abbrechen. Über das familiäre Umfeld gelang es ihr, eine Ausbildung zur Industriebuchbinderin zu machen. In dem Beruf arbeitete sie, doch die große Erfüllung verschaffte ihr der Arbeitsalltag nicht.

2016 zog sie mit ihrer Familie an die Müritz. „Die ehemalige Erzieherin meiner Kinder erkrankte an Leukämie, also bin ich nach Thüringen zurückgegangen, um sie zu pflegen“, sagt sie mit einem melancholischen Unterton in der Stimme. Sie begleitete die schwerkranke Erzieherin regelmäßig ins Gothaer Klinikum. Den Mitarbeitern dort fiel der rührige Umgang mit der Leukämiekranken sofort auf, das Krankenhaus wollte sie prompt als Pflegeassistentin gewinnen. Ein halbes Jahr blieb sie dort, unterstützte Pfleger bei der Betreuung, Versorgung und Pflege kranker Menschen.

Weiterbildung ist schon geplant

Von 2017 bis 2018 ging die Arbeit im Mediclin als Pflegeassistentin weiter. Ein Jahr verging, doch dann war klar, dass sie eine neue Ausbildung machen möchte. Die Arbeit mit Patienten im Drei-Schicht-System bringe viel Dankbarkeit mit sich, sagt Maria Schwaab. Ein besonderes Erlebnis war das erste Mal auf der Geburtsstation: Nachts wog sie Säuglinge, maß deren Temperatur, wechselte ihnen die Kleidung. Viele Mütter begleitete sie seither beim Stillen und Wickeln. Und wenn die Hormone werdender Mütter verrückt spielen, „dann hilft auch mal fünf Minuten Händchenhalten oder eine Umarmung“, gibt sie einen Einblick in ihren Arbeitsalltag.

Arbeiten auf der Geburtsstation – das möchte Maria Schwaab gern bis zu ihrer Rente machen. Mit ihr hat Mediclin mit seinen rund 700 Mitarbeitern an der Müritz eine engagierte Fachkraft gewonnen. Eine, die sich nächstes Jahr sogar zur Stillschwester weiterbilden lassen möchte. Das Mediclin ermöglicht ihr für diese Zeit eine Freistellung. Die aktuelle Still-Beraterin gehe 2022 in Ruhestand, sodass der Wechsel gerade recht kommt.

Stillschwester sein – das kann nicht jeder machen. „Dafür braucht es viel Geduld, Ruhe und Verständnis“, sagte Pflegedirektor Christian Schuster. Die anspruchsvolle Qualifizierung dauert ein bis anderthalb Jahren – der nächste Schritt auf dem Weg von Maria Schwaab.

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