MILZBRAND-AFFÄRE

Tiefer Schock nach vermeintlichem Anthrax-Brief

Gute 15 Stunden blieb unklar, ob sich der neue Zislower Bürgermeister Uwe Albrecht mit Milzbranderregern infiziert hatte. Entwarnung gab es erst am frühen Freitagmorgen.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Am frühen Freitagmorgen erst ereilte die Zislower die erleichternde Nachricht, dass es sich bei dem weißen Pulver in einem Brief, der an den Bürgermeister adressiert war, nicht um Milzbranderreger handelte.
Am frühen Freitagmorgen erst ereilte die Zislower die erleichternde Nachricht, dass es sich bei dem weißen Pulver in einem Brief, der an den Bürgermeister adressiert war, nicht um Milzbranderreger handelte. Susann Salzmann
Zislow.

Nervenaufreibende Stunden liegen hinter dem erst im August neu gewählten Bürgermeister der Gemeinde Zislow, Uwe Albrecht. Als seine Ehefrau am Donnerstag einen Brief öffnete, fiel weißes Puver heraus. Der Verdacht: Anthrax. Untersuchungen des Robert-Koch-Institutes in Berlin hatten dann um 5.45 Uhr am Freitagmorgen ergeben, dass es sich dabei nicht um die gefährlichen Milzbrand-Erreger handelt.

Eine erlösende Nachricht nicht nur für Uwe Albrecht, sondern zudem für weitere 17 Personen. Sie standen allesamt in Kontakt mit dem Pulver und galten seit Donnerstagnachmittag als möglicherweise kontaminiert. Damit konnte auch die Quarantäne aufgehoben werden. Der Schock bleibt. „Es geht uns beschissen”, sagte die Frau des Zislower Bürgermeisters auf Nordkurier-Nachfrage am Freitagvormittag.

Die Polizei ermittelt

Insgesamt dauerte der Großeinsatz von Freiwilligen Feuerwehren, Rettungsdiensten und Polizei etwa 18 Stunden. Mehr als 110 Einsatzkräfte rückten in die beschauliche Ortschaft am Plauer See aus.

Der in Zislow lebende Star-Anwalt Peter-Michael Diestel wird nun die Interessen des Bürgermeisters vertreten. Es werde Strafanzeige erstattet. Zunächst richte sich die Anzeige zwar gegen unbekannt, aber Diestel gehe von einem "hohen Ermittlungsdruck" aus, der die Täter ans Licht der Öffentlichkeit bringen könnte. Die Straftat verursachte enorme Verwaltungskosten, die durch die über 100 Spezialkräfte und die stundenlange Abriegelung des Ortes entstanden. Diestel geht in einem Gespräch mit dem Nordkurier von Kosten für Einsatz und Verwaltung von mehreren Hunderttausend Euro aus.

Obwohl bereits klar ist, dass es sich um keinen biologischen Stoff handelt, dauern die Untersuchungen weiter an. Wie es von Kathrin Jähner aus der Neubrandenburger Polizeiinspektion heißt, hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen wegen des Verdachtes der Bedrohung gegen den unbekannten Absender aufgenommen. Können Verursacher ausfindig gemacht werden, müssen diese mit einer Strafe von bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder aber eine Geldstrafe rechnen.

Sei Aschenbrödel! - Dein personalisierbares Märchenbuch zum Film!

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Zislow

zur Homepage