BÄRENWALD MÜRITZ

Tierarzt checkt sieben Braunbären

Von den 16 Braunbären in Stuer wurden jetzt sieben auf ihren Gesundheitszustand überprüft. Dafür holte sich der Bärenwald extra einen Wildtierarzt.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Zur wildtierpflegerischen Routine gehört es, die fast drei Zentner schweren Tiere mittels Tragetuch auf eine Waage zu hieven. Tierarzt Marc Gölkel packt hier mit an.
Zur wildtierpflegerischen Routine gehört es, die fast drei Zentner schweren Tiere mittels Tragetuch auf eine Waage zu hieven. Tierarzt Marc Gölkel packt hier mit an. Susann Salzmann
Stuer.

Clara war ein Härtefall. Die sensible und als schreckhaft geltende Braunbärin nahm bei ihrer zweistündigen medizinischen Behandlung im Bärenwald Stuer viel mehr Zeit für Tierarzt und Wildtierpfleger in Anspruch, als eigentlich geplant gewesen war. Nach Stunden der jährlichen Routineuntersuchung wurde die 27-jährige Clara wieder in ihr Gehege gebracht, damit sie sich von der Narkose erholen konnte. Das Fressen muss der Bärendame zuletzt arge Schmerzen bereitet haben. Wildtierarzt Marc Gölkel vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung fand nach einem Blick ins Bärenmaul auch flugs die Ursache dafür.

Als Ort des Schmerzes wurde der rechte untere Fangzahn ausgemacht. „Sie hatte einen offenen Wurzelkanal mit aufsteigender bakterieller Entzündung“, erklärte Wildtierarzt Gölkel nach der Zahnbehandlung. Mit ihren 27 Jahren hat Clara nun einen Zahn weniger im Gebiss, der Fangzahn wurde gezogen. Das war allerdings gar nicht so einfach, erzählte Bärenwald-Betriebsleiterin Winnie Rösner. Immerhin ist solch ein Bärenzahn etwa fünf Zentimeter lang und damit um ein Vielfaches größer als der eines Menschen. Und er steckt tiefer im Fleisch.

Zahnprobleme nicht verwunderlich

Dass Bären an Zahnproblemen leiden, sei aber nicht weiter verwunderlich. Viele der in Stuer lebenden 16 Braunbären stammten aus schlechter Haltung, in der ihnen viel Brot und/oder Zuckerhaltiges gefüttert wurde.

Auf dem Behandlungstisch der mobilen Tierklinik von Wildtierarzt Marc Gölkel landeten bei seinem Besuch 7 der 16 Bären bei der jährlichen Kontrolluntersuchung. Nach Clara widmete sich der Wildtierarzt Mary. Die 33-jährige Bärin ist Claras Mutter. Während der Tierarzt die narkotisierte Bärin Mary intubiert, maßen andere die Körpertemperatur. „36,9 Grad Celsius – das geht“, klang Gölkel zufrieden. Mary und Clara sind seit 2013 Stammgäste im Müritzer Bärenwald.

Richtige Problemkinder bei den Untersuchungen gab es nicht. Das liegt in der Natur der Sache. Im Bärenwald achten Mitarbeiter auf bärengerechte Haltung. Trotz allem blieb der Aufwand groß..

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