Fische sollten vom Speiseplan gestrichen werden, fordern die Tierrechtler von Peta – auch, weil es vegane Alternativen g
Fische sollten vom Speiseplan gestrichen werden, fordern die Tierrechtler von Peta – auch, weil es vegane Alternativen gebe. Holger Hollemann
Fischzucht in Malchow

Tierrechtler von Peta rufen zum Protest gegen Lachsfarm auf

Die geplante Lachsfarm ruft wenige Wochen nach dem Bekanntwerden der Pläne die Tierschützer von Peta auf den Plan. Sie wollen den Bau der Aufzuchtanlage mit einer Petition und einer Protestaktion verhindern.
Malchow

Die rund 35 000 Quadratmeter große geplante Fischfabrik in Malchow ist ins Visier der Tierrechtsorganisation Peta geraten. In der dritten Ausbaustufe der Fabrik sollen maximal 15.000 Tonnen Lachs laut des brandenburgischen Investors Patrick von Hertzberg in einer riesigen Aufzuchthalle mit 23 Becken produziert und geschlachtet werden. Peta startete deshalb vergangene Woche eine Online-Petition als Protest gegen die Ansiedlung der Lachsfarm. Bis Dienstagmorgen haben etwas mehr als 400 Menschen die Petition unterschrieben.+

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Nach Vorstellungen des Investors sollen die Tiere in 18 Meter breiten und 5 Meter tiefen Becken heranwachsen. Für die Tierrechtler von Peta geht das zu weit. Atlantische Lachse in „sterile geruchlose Becken zu sperren, ist massive Tierquälerei, die wir unbedingt verhindern möchten“, hieß es dazu von Peta-Aktivistin und Meeresbiologin Dr. Tanja Breining. Industrieller Massentierhaltung würden Projekte wie dieses Tür und Tor öffnen, heißt es in der Petition.

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Das Vorhaben des Investors, eine Fischzuchtanlage zu bauen, ist der Tierrechtsorganisation nicht neu. Von Hertzberg wollte das Vorhaben eigentlich in Eberswalde umsetzen; zog seinen Bauantrag aber schließlich wegen Wasserproblemen zurück. Schon damals protestierte Peta gegen die geplante Anlage – auch, weil die Lachse während ihrer Mast in der Aquakultur unter anderem mit Fischmehl ernährt werden. Für die Herstellung des Fischmehls und Fischöls wiederum werden jedes Jahr Hunderte Milliarden Wildfische gefangen und getötet, fügte Breininger hinzu.

Peta bereitet Protestaktion in Malchow vor

Auch wenn zunächst erst einmal 1000 Unterschriften anvisiert sind, haben sich Initiatoren mit 10 000 Unterschriften ein höheres Ziel gesetzt. Seien diese Unterschriften erreicht, wolle Peta die Eingabe gegen die Fischfarm der Stadt Malchow übergeben. Mit der Petition soll aber noch nicht aller Tage Abend sein. In diesen Wochen wird eine Protestaktion vor Ort in Malchow vorbereitet, so Tanja Breining. Ein konkretes Datum gebe es dafür noch nicht, „aber sie wird voraussichtlich noch vor Weihnachten stattfinden, vermutlich vor dem Rathaus.“

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Immer wieder demonstrierten Peta-Unterstützer eindrucksvoll. Etwa 2010 in Travemünde, als sie gegen das Fischen protestierten. „Fische sind Freunde, kein Essen“ hieß es damals auf einem Banner, das vier Unterstützer im Strandsand als Fische im hautengen silbernen Morphsuit unter einem grünen Netz liegend in die Höhe hielten.

Mit ihrer Petition solle „die Tierquälerei“, so Peta, in der geplanten Fischfabrik gar nicht erst entstehen, sondern schon im Keim erstickt werden. Zum Standpunkt der Tierrechtler gehört es, Tiere, darunter eben auch Fische, vom Speiseplan zu streichen. Das Aufziehen und Töten sei angesichts existierender veganer Alternativen unnötig. „Daran sollte sich Malchow ein Beispiel nehmen“, verwies Peta auf ein Unternehmen in Europa, das veganes Fischfleisch im Labor züchten möchte.

Investor Patrick von Hertzberg warb im Kreise der Stadtpolitik bereits zweimal für sein Anliegen. Durch ein Kreislaufsystem könnte in der Halle unter anderem ohne Mikroplastik, Quecksilber und Bakterieneintrag gearbeitet werden. Für die Kommunalpolitiker war neben der Investition auch die potenziellen 50 Arbeitsplätze und mögliche Gewerbesteuereinnahmen interessant.

Die Aktivisten schauen nun neben der Lachsfarm mit Argusaugen auch auf das Projekt der Bio-Legehennenanlage mit 12 000 Tieren, die ein Investor in Warenshof geplant hat. „Wir werden unsere Rechtsabteilung informieren, und sie wird dann weitere Schritte prüfen“, kündigte Tanja Breininger an.

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