KAMPFJET-ABSTURZ

Todesflug der Eurofighter gibt weiter Rätsel auf

Der Eurofighter-Absturz über der Müritzregion Ende Juni beschäftigt jetzt auch das Bundeskriminalamt. Die Ursachensuche wird noch Monate dauern. Warum verzögert sich die Aufklärung so lange?
Andreas Becker Andreas Becker
Der Eurofighter-Absturz über der Müritzregion Ende Juni beschäftigt jetzt auch das Bundeskriminalamt.
Der Eurofighter-Absturz über der Müritzregion Ende Juni beschäftigt jetzt auch das Bundeskriminalamt. Team Luftwaffe
Malchow.

Am Anfang schien alles ganz schnell zu gehen. Wenige Tage nach dem Todesflug am 24 Juni hieß es aus dem Luftwaffengeschwaders 73 in Rostock-Laage – dort waren die abgestürzten Eurofighter gestartet und stationiert –, dass es keine Hinweise auf einen Fehler an den Kampfflugzeugen gebe. Mit „hoher Wahrscheinlichkeit“, so meldeten verschiedene Medien Ende Juni sei von einem Pilotenfehler auszugehen.

Doch davon will das mit der Ursachenforschung des Absturzes beauftragte Luftfahrtamt der Bundeswehr gut zwei Monate später nichts wissen. „Die Untersuchungen werden ergebnisoffen geführt, bei der Flugunfalluntersuchung konzentrieren wir uns auf die lückenlose Rekonstruktion des Unfallherganges, einschließlich aller potenziell beitragender Faktoren“, formuliert das Amt auf Nordkurier-Nachfrage betont vorsichtig. Mittlerweile seien zwar die in den Flugschreibern der Unglücksmaschinen installierten Speichermedien zum Großteil ausgelesen – zu einem Ergebnis ist die Luftwaffe aber noch nicht gekommen.

Der Grund: „Aufgrund des teilweise hohen Beschädigungsgrades der Speichermedien gestaltet sich die Auswertung erwartungsgemäß zeitintensiv und aufwendig.“ Und: Die Luftwaffe muss sich bei der Ursachenforschung externe Hilfe holen. Mitarbeiter des Forensiklabors des Bundeskriminalamtes unterstützen die Luftwaffe bei den komplexen Ermittlungen.

Kein Ergebnis vor Ende 2019

Die Analysen seien laut Luftwaffe umfangreich, „um den für eine tragfähige Bewertung erforderlichen Detaillierungsgrad zu erreichen“. Konkret: Vor Ende 2019 wird keine Ursache für den tödlichen Absturz vorliegen.

Bei der Luftkampfübung am 24. Juni waren zwei der insgesamt drei beteiligten Jets in größerer Höhe kollidiert und in der Nähe der kleinen Ortschaften Nossentiner Hütte und Nossentin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) abgestürzt. Ein Ausbilder-Pilot hatte sich mit dem Schleudersitz gerettet und den Unfall verletzt überlebt. Der 27 Jahre alte Pilot der zweiten Unglücksmaschine starb. Die dritte Maschine blieb unversehrt und war nach Rostock-Laage zurückgekehrt.

Die Bürger der betroffenen Absturzregion hatten Glück im Unglück – die unzähligen Trümmerteile der Eurofighter prasselten zwar in einem großen Radius nieder, trafen und verletzten aber keine Menschen. Dabei entging beispielsweise ein Kindergarten nur knapp einer Katastrophe – Trümmerteile waren nur wenige Meter von der Einrichtung in den benachbarten Acker geschmettert.

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