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„Totalkapitulation!“ - Toralf Schnur hat fertig

Abgehängt: Toralf Schnur landete auf dem letzten Platz.
Abgehängt: Toralf Schnur landete auf dem letzten Platz.

Sie wurden deutlich abgehängt – die Verlierer der Bürgermeisterwahl in Waren. Der Nordkurier fing Stimmen und Stimmungen bei Toralf Schnur, Axel Müller und Ingo Warnke ein.

„Ich sehe das Wählervotum als bewusstes Abstrafen. Also sollte ich das Ergebnis akzeptieren – und meine Konsequenzen ziehen.“ Am Tag danach ist Toralf Schnur bereit, diese Konsequenzen mit aller Entschiedenheit in die Tat umzusetzen. Konkret: Nach den kläglichen 4,9 Prozent der Wählerstimmen, die der Liberale bei der Warener Bürgermeisterwahl lediglich auf sich vereinigen konnte, ist der FDP-Mann mit „sofortiger Wirkung“ aus dem Hauptausschuss in der Stadtvertretung zurückgetreten, hat sein Aufsichtsratsmandat bei der Wohnungsbaugesellschaft Waren niedergelegt und ist als Mitglied des FDP-Landesvorstandes ausgeschieden. Damit nicht genug – Schnur „überlegt ernsthaft“, auch als Stadtvertreter und als Kreistagsmitglied „kurzfristig aufzuhören“.

„Wenn mein Stil und meine Inhalte nicht gewünscht sind, kann ich nicht einfach so weitermachen. Ich weiß mir nicht anders zu helfen, als meine politischen Ambitionen komplett oder zumindestens in großen Teilen zu den Akten zu legen. Das ist eine Totalkapitulation“, verkündet der Kommunalpolitiker mit entwaffnender Offenheit. Er habe sich über Jahre in die politischen Gremien der Stadt Waren eingebracht – ohne das diese Anstrengungen in irgendeiner Form honoriert worden seien. Damit müsse jetzt Schluss sein.

Eher ein Mann der leiseren Töne ist ein weiterer Verlierer der Warener Bürgermeisterwahl - Ingo Warnke. Der 54-Jährige, der für die Müritzer Unternehmergruppe ins Rennen um den Chefposten im Rathaus gegangen war, heimste beim Votum knappe 15 Prozent der Stimmen ein. „Ein bisschen besser hätte es schon sein können“, räumt Warnke unumwunden ein. Auf der anderen Seite sei ihm von Beginn des Wahlkampfes an klar gewesen, dass er wohl nicht gewinnen könne. Aber in eine Stichwahl wäre er schon gerne eingezogen.

Das weiß Axel Müller schon. Der Christdemokrat, der auf 24,2 Prozent der Stimmen kam, „konzentriert sich ab sofort wieder auf seine Tätigkeit als Amtsleiter für Wirtschaft, Kultur und Tourismus bei der Verwaltung des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte“. Er selbst sei zwar enttäuscht – „schließlich tritt man an, um zu gewinnen –, aber jetzt könne nichts mehr geändert werden. Trotz aller Ernüchterung, einen kleinen Trost gibt es für Axel Müller: „Meine Kollegen in der Verwaltung freuen sich, dass ich Ihnen erhalten bleibe.“