HOTELLERIE UND GASTRONOMIE

Touristiker-Demo an der Müritz genau um „Fünf nach Zwölf“

Die Corona-Krise trifft die Tourismusbranche hart. Am Tag der Arbeit wollen Hoteliers und Gastronomen mit einer Aktion in Waren auf ihre Lage aufmerksam machen.
Auf dem Neuen Markt in Waren will die Dehoga am Tag der Arbeit auf die äußerst angespannte Lage ihrer Mitglieder au
Auf dem Neuen Markt in Waren will die Dehoga am Tag der Arbeit auf die äußerst angespannte Lage ihrer Mitglieder aufmerksam machen. Fotolia
Waren.

Die Hotellerie- und Gaststättenbranche der Müritzregion setzt ein weiteres Alarmzeichen. Unter dem Motto „Fünf nach Zwölf“ findet am morgigen 1.Mai auf dem Neuen Markt in Waren eine Demonstration des Dehoga-Regionalverbandes in der Seenplatte statt – und zwar genau um 12.05 Uhr. „Wir müssen für Aufmerksamkeit sorgen, da wir sonst hinten runter fallen“, sagte Kati Strasen, Geschäftsführerin des Warener Hotels „Kleines Meer“, die bei der Veranstaltung dabei sein wird.

Um auf die angespannte Situation aufmerksam zu machen, hat sich der Regionalverband am Tag der Arbeit einiges einfallen lassen. So sollen 50 Stühle platziert werden, die zusammen die Initialen „SOS“ bilden. „Wir möchten, dass jeder Stuhl für mindestens ein Unternehmen steht und wünschen uns, dass von den Mitstreitern auf Din-A4-Zetteln der Betrieb genannt wird“, erläutert Regionalverbandsvorsitzende Sandra Kallisch-Puchelt.

Es hätten sich schon allerhand Unternehmen angemeldet, darunter unter anderem die Schlosshotels in Klink und Groß Plasten, der Reiterhof aus Sommerstorf, das Aparthotel „Zur Müritz“ in Rechlin, aber auch „Der Insulaner“ aus Malchow und der „Ratskeller“ aus Waren. „Es ist uns wichtig, dass auch die kleineren Häuser dabei sind“, sagt Kallisch-Puchelt, bei der auch am Mittwoch noch Anmeldungen eingingen. Es müssen sich jedoch alle Teilnehmer bei ihr anmelden, da der Regionalverband bei der Demonstration die Fürsorgepflicht hat.

Hoteliers warten auf ausstehende Auszahlungen

Darüber hinaus sollten die Mitstreiter der Branche entsprechend in schwarz-weißer Dienstkleidung erscheinen, um ihre Zusammengehörigkeit auch nach außen zu symbolisieren. „Auf oder neben dem Stuhl soll dann ein Grablicht stehen, um das Aussterben der Hotellerie zu symbolisieren“, sagte Kallisch-Puchelt, die auch den Gutshof Woldzegarten betreibt.

Wie sie mitteilte, leiden viele Unternehmer und Unternehmerinnen an Existenzängsten, da man ohne Umsätze keine Kredite und Rechnungen begleichen und auch keine Angestellten bezahlen könne. Zudem warten einige Hoteliers auch auf die ausstehende Auszahlung des Kurzarbeitergeldes oder der Soforthilfe.

Auch Einwohner können bei Demo vorbeischauen

Das ist beispielsweise bei Ricardo Reschke der Fall. „Für Mitarbeiter im Hotelgewerbe sind 60 Prozent Kurzarbeitergeld ein hartes Brot, weshalb wir sofort eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes fordern“, sagte Reschke, der in Waren und Bollewick jeweils ein Hotel betreibt. Er sowie Kati Strasen sprechen sich für Zuschüsse statt für Kredite aus. Mit Krediten verschulde man sich einfach weiter, erläuterte er. „Die bisherigen Lockerungen helfen unserer Branche kaum bis gar nicht und es gibt nach wie vor kein Datum, wann Hotels und Restaurants wieder öffnen dürfen“, sagte Sandra Kallisch-Puchelt.

Erst vergangene Woche hatten Mitglieder der Warener Hotelgemeinschaft mit ihrem Gang durch die Schweriner Innenstadt und vor der Staatskanzlei auf ihre prekäre Situation aufmerksam gemacht. Doch von den Politikern hatte niemand das Gespräch mit ihnen gesucht.

Auch am Freitag können die Hoteliers und Gaststättenbetreiber auf ihr Situation schildern. „Ein Mikrofon steht bereit“, versichert Sandra Kallisch-Puchelt. Bei der Demo könnten auch Einwohner vorbeischauen. Allerdings müsse klar erkennbar sein, wer zur Aktion und wer zu den Zuschauern gehört.

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