Museums-Flaggschiff wieder flott

"Trabitanic" erlebt Wiedergeburt

Vorbei die Zeiten, als ein ganz besonderes Exponat des Rechliner Luftfahrtmuseums an Glanz eingebüßt hatte: Der Kult-Bootskörper ist für die Nachwelt erhalten.
Claudia Trippen mit dem aufpolierten Schmuckstück: die "Trabitanic" ist wieder eine Augenweide.
Claudia Trippen mit dem aufpolierten Schmuckstück: die "Trabitanic" ist wieder eine Augenweide. Elke Enders
Standesgemäß, der Steuermann konnte auf einem Trabisitz Platz nehmen.
Standesgemäß, der Steuermann konnte auf einem Trabisitz Platz nehmen. Elke Enders
Rechlin

Sie ist ein Zeugnis einer besonderen Zeit, die "Trabitanic". Damals, in der DDR der 80er Jahre, war nämlich noch Fantasie gefragt, als man auf manches Ersatzteil Monate oder gar Jahre warten musste. Nein, da wurde nichts weggeschmissen - und schon gar keine Trabi-Teile. Und was sich daraus alles machen ließ zeigt das Unikum bis heute. Im Luftfahrttechnischen Museum in Rechlin hat der Bootskörper der Marke Eigenbau, in dem zwei Trabant-Karosserien samt Front- und Seitenscheiben verarbeitet sind, eine würdige Bleibe gefunden.

Wenn der Zahn der Zeit nur nicht so genagt hätte. Die außergewöhnliche Rennpappen-Konstruktion war - unter freiem Himmel stehend - in die Jahre gekommen: der Lack vergilbt und spröde. Ein Anblick, der Besuchern zunehmend das Herz bluten ließ. Und trotzdem war dieses Museumsexponat eines der beliebtesten, wie auch Claudia Trippen weiß. Gemeinsam mit ihrem Mann Bernhard hat sich die Mitarbeiterin des Trabi-Bootskörpers im Herbst vergangenen Jahres angenommen.

Der nächste Trabi-Tripp ist schon geplant

Das Vehikel wurde komplett restauriert. Zerschlissene Sperrholz-Innenverkleidungen gehören seitdem der Vergangenheit an. Die Außenhaut wurde mit neuem Anstrich versehen, so dass Regenwasser dem Ausstellungsstück nicht mehr zusetzen kann. "Es ist doch unser Publikumsmagnet", sagt Claudia Trippen fast liebevoll. Erst neulich auf einer Messe, hatte ihr eine Besucherin dort versichert, dass sie sich an nichts anderes aus dem Museum so gut erinnern könne, wie an die "Trabitanic". Als  sie hörte, dass diese nun flott gemacht wäre, kündigte sie gleich einen Folgebesuch an. Den Hauptteil der Restaurierungsarbeiten habe allerdings Bernhard Trippen erledigt. Nun will er sich noch um den Motor kümmern.

Übrigens, Vorbesitzer dieses seltenen Zeitzeugnis' ist der Sietower Hans-Horst Wolf. 1987 wurde die "Trabitanic" als Eigenbau hergestellt. Der Bootskörper ist aus Stahlblech mit Flachboden gefertigt. Ein Trabisitz dient als Sessel für den Steuermann. Angetrieben wurde das Boot von einem Motor vom Typ "Wychr - 30 P", russischer Bauart. Dass das Wunderwerk ostdeutscher Baukunst solange auf die Restaurierung warten musste, hat auch damit zu tun, dass es nur eine Leihgabe war. Inzwischen hat das Museum das Exponat aber gekauft.

 

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