Die Röbeler werden Sylke Fendt unendlich vermissen.
Die Röbeler werden Sylke Fendt unendlich vermissen. Archiv
Nachruf

Trauer um Sylke Fendt – „Jetzt ist sie einfach nicht mehr da …"

Ganz plötzlich wurde die Lehrerin und Trainerin knapp zwei Monate vor ihrem 55. Geburtstag aus ihrem Leben gerissen. Viele Menschen hat diese Nachricht sehr erschüttert.
Röbel

Sylke Fendt war ein Mensch, der andere begeistern konnte, Dinge auch gegen Widerstände anpackte und zu Ende brachte. Aus Bequemlichkeit einfach aufzuhören, war nicht ihr Naturell. Sie nannte die Dinge immer beim Namen und stellte vor allem an sich selbst hohe Ansprüche.

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„Halb angefangene Dinge mag ich nicht“, hatte sie einst dem Nordkurier gesagt. Was sie angefasst hatte, brachte sie zu Ende. Sie war eine Kämpferin, kämpfte für die Kinder, den Sport. Doch den letzten Kampf für sich selbst hat sie verloren: Am 4. August ist Sylke Fendt gestorben.

Sie sah in jedem das Gute

Gibt es überhaupt eine Röbelerin oder einen Röbeler, der sie nicht kannte? Die meisten werden sie als Lehrerin oder Trainerin kennengelernt haben. Viele Kolleginnen bewunderten sie für ihren wertschätzenden Umgang mit Kindern. Sie war für ihre Schützlinge Respektsperson, denen sie immer auf Augenhöhe begegnete. Das gelang ihr mit kleinen Kindern, mit Teenagern, mit guten Schülern und mit denen, die es in der Schule oder anderswo nicht so leicht hatten, genauso.

Sie sah in jedem das Gute. „Kinder sind wie Schmetterlinge: Jeder lernt fliegen, aber auf einem anderen Weg – denn sie sind alle unterschiedlich”, war ihre Maxime. Genauso wie ihre Schützlinge lernte auch sie immer wieder fürs Leben, denn trotz ihres Alters hatte sie noch immer Lust auf Schule, Lust auf Veränderung und Lust darauf, sich dem Neuen zu stellen. Vor etwa drei Jahren ging sie beruflich von Röbel nach Mirow und arbeitete dort in der Leitung der Grundschule. Doch ihr Herz schlug weiterhin für Röbel, und als sich vor gut einem Jahr die Chance bot, Schulleiterin der Röbeler Grundschule zu werden, nutzte sie die Gelegenheit und kehrte an ihre Wirkungsstätte zurück.

Kollegium in der Grundschule tief betroffen

Trotzdem fuhr sie weiterhin zwei Mal pro Woche nach Mirow, um die Schulleitung zu unterstützen. Das Kollegium war bestürzt von der Nachricht. „Für uns alle unfassbar erhielten wir die Nachricht vom Ableben unserer langjährigen Wegbegleiterin Sylke Fendt. Viel zu früh müssen wir Abschied nehmen von einer engagierten, in höchstem Maße einsatzbereiten ehemaligen Schulleiterin, einer immer ansprechbaren Kollegin und zuverlässigen Freundin. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie und den engsten Freunden“, heißt es auf der Website der Schule.

Ebenfalls tief betroffen vom viel zu frühen Tod zeigte sich die Grundschule Röbel, die sich von ihrer engagierten Chefin, begeisterungsfähigen Kollegin, lebensfrohen Freundin spricht. Neben ihren schulischen Aufgaben engagierte sie sich im Röbeler Vereinsleben. Sie war beim PSV Vizevereinsvorsitzende. „Das ist nicht nur für den PSV, sondern für die ganze Stadt Röbel ein Verlust“, sagte der Vorstandsvorsitzende Christian Prasser. Mit dem Tod von Sylke Fendt wurde eine Riesenlücke gerissen. „Sie war überall beliebt, war immer dabei, konnte wahninnig gut mit Kindern umgehen“, dafür habe sie ein Händchen gehabt, bestätigte er.

Identitätsverlust für den Verein

Ihr Tod sei ein immenser Identitätsverlust für den Verein. Dort war sie nicht nur Vizevorsitzende, sondern auch Jugendobfrau und trainierte den jüngsten Fußballnachwuchs. Sie war immer da, wenn sie gebraucht wurde. Beim TSV 90 war sie Trainerin im Kinderturnen und in der Leichtathletik.

Im TSV und als ehemaliger Schulleiter des Schulcampus hatte Hans-Dieter Richter immer wieder mit Sylke Fendt zu tun. Er beschreibt sie als fantastische Übungsleiterin und eine Wahnsinnsbereicherung an der Grundschule. „Wir hatten noch so viel vor und jetzt ist sie einfach nicht mehr da …“, sagte er.

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