ADAC Sunflower Rallye
Traumhafte Oldtimer düsen entlang der Müritz

Klaus Goosmann aus Hamburg ist stolzer Besitzer dieses 99 Jahre alten „Briscoe Twenty Four“ aus Amerika.
Klaus Goosmann aus Hamburg ist stolzer Besitzer dieses 99 Jahre alten „Briscoe Twenty Four“ aus Amerika.
Petra Konermann

Bei der 17. Oldtimer-Rallye gehen in Göhren-Lebbin wieder historische Schönheiten auf vier Rädern an den Start. Die Älteste ist sogar fast ein Jahrhundert alt.

Dass der „Briscoe Twenty Four“ aus dem Jahr 1919 auf Startplatz Nr. 1 stand, kam nicht von ungefähr. Denn der Oldtimer von Klaus Goosmann ging bei der 17. ADAC Sunflower Rallye in Göhren-Lebbin als ältestes Auto ins Rennen. „Mein Auto kommt gleich nach der Postkutsche“, sagte Goosmann.

Ein bisschen Understatement ist schon dabei, wenn der Besitzer über den Oldtimer spricht: Sein Automobil ist einmalig in Deutschland, es existiert weltweit nur insgesamt fünf Mal und ist damit eine echte Rarität. „Im Starterfeld sind Autos, die sind viermal so schnell wie mein Auto, ich werde mehrfach überholt. Aber das macht nichts. Denn hier geht es nicht um Geschwindigkeit“, sagte Klaus Goosmann.

Sondern auch ums Genießen, und zwar der mecklenburgischen Landschaft. Goosmann und seine Frau Sabine rollten bei der Rallye durch die Seenplatte übrigens auf Holzfelgen. Die sind aus amerikanischer Eiche gefertigt und natürlich original.

Gutes Wetter ist bei Autos ohne Fenster von Vorteil

Dass die Wetteraussichten für die beiden Rallyetage am Freitag und am Sonnabend recht gut waren, beruhigte Klaus Goosmann. Schließlich hat sein Oldtimer keine Scheiben. Seinen Namen hat der „Briscoe Twenty Four“ von Benjamin Briscoe, der Leiter einer Autofirma in Maxwell war. 1914 stellte er eine eigene Autoproduktion in Jackson (Michigan) auf die Beine. Lange hielt seine Leidenschaft für Autos aber nicht vor, er wandte seine Interesse dann der Rüstungsindustrie zu.

Sein Automobil jedoch rollt und rollt und rollt. Goosmann führte in seinem Auto übrigens extra Kanister mit Treibstoff mit, denn der Tank des „Briscoe Twenty Four“ fasst nur knapp 17 Liter. Betanken kann man den Oldtimer über einen Stutzen, der direkt neben dem Lenkrad am Armaturenbrett angebracht ist. Anhalten müsste man fürs Tanken übrigens nicht, so Goosmann, das könnte man auch gleich während der Fahrt erledigen.

Das „Who is Who“ des Automobilbaus ist bei der Rallye vertreten: Es gehen Porsche und Mercedes ins Rennen, Ford und Citroen, Opel und Volkswagen, aber auch – man höre und staune! – ein Wartburg 311/12, ein Auto aus DDR-Tagen, aus dem Jahre 1962.

Im normalen Verkehr ist ein Oldtimer schwer zu bändigen

Der Oldtimer von Erdmute und Rainer Grün aus Hamburg ist mit von der Partie. Eine „Chevrolet Corvette“, ein Cabriolet aus dem Jahre 1959, nennt das Paar seit zehn Jahren sein eigen.

Für den Alltag hat das Paar natürlich noch ein „normales“ Auto. "Für den heutigen Straßenverkehr wäre dieser Oldtimer nichts mehr. Beim Lenken muss man noch richtig arbeiten“, sagte Erdmute Grün. Deshalb überließ sie auch ihrem Mann das Steuer bei der Rallye, an der beide schon das sechste Mal teilnehmen. „Man trifft immer wieder sehr nette Leute bei diesem Höhepunkt. Das Schönste aber ist die wunderbare Landschaft, durch die wir rollen. Wir sind sehr gerne hier“, sagte die Hamburgerin.

Am Freitag ging es für die rund 50 Rallye-Teilnehmer über Waren nach Ulrichshusen, zum Schloss Schorssow und über Malchow wieder zurück nach Göhren-Lebbin. Am Sonnabend führt der zweite Rallyetag um 9 Uhr von Göhren-Lebbin aus über Mirow, Neustrelitz und Bredenfelde auch nach Waren. Dort werden die Oldtimer gegen 16 Uhr am Hafen erwartet – eine gute Gelegenheit, sich die altgedienten Automobile mal aus der Nähe anzuschauen.