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Tunnel in Waren bleibt vorerst ohne Lichtblicke

Für Planer Ronny Seidel aus Neustrelitz, der die Studie vorgestellt hatte, sind die 150 nötigen Querungen "nur ein Bauchgefühl des Straßenbauamtes, das jeglicher gesetzlicher Grundlage entbehrt".
Für Planer Ronny Seidel aus Neustrelitz, der die Studie vorgestellt hatte, sind die 150 nötigen Querungen „nur ein Bauchgefühl des Straßenbauamtes, das jeglicher gesetzlicher Grundlage entbehrt”.
Carina Göls

Obgleich das Straßenbauamt deutlich signalisierte, dass es nicht – wie von der Warener Verwaltung erhofft – den Bau eines Tunnels an der B 192 Richtung Volksbad bezahlen werde, diskutierte am Abend der Umweltausschuss über die Machbarkeit des Projektes.

Die Nachricht aus dem Straßenbauamt Neustrelitz hat die Mitglieder des städtischen Umweltausschusses von Waren nicht sonderlich aus der Bahn geworfen. Dass die Neustrelitzer Behörde, die im Auftrage des Bundes auch die B 192 durch Waren verwaltet, nach jüngsten Angaben weit davon entfernt ist, die Kosten für den von der Verwaltung avisierten Tunnel zu tragen, hatte am Abend eher zu einer Diskussion geführt, wer denn dann die Zeche zahlen könnte. Die Verwaltung sollte vielleicht noch mal in die Spur geschickt werden, um Geldgeber zu finden, damit man die Idee nicht gleich fallen lassen müsse. Das Eine-Million-Euro-Projekt sei sicher nicht drin im städtischen Etat.

Doch welchen Sinn so eine Unterführung macht, die in Entfernung von je rund 300 Metern zu zwei anderen Ampeln an Kreuzungen steht, um tatsächlich – wie im Lärmaktionsplan erforderlich – etliche Dezibel weniger zu erreichen, das ging aus der Studie nicht hervor. Doch das, so Grünen-Abgeordnete Jutta Gerkan, sei doch schließlich Sinn der Übung. Für die, so bemerkte Sven Breuer (CDU) aus der Runde nicht emotionslos, die Stadtvertreter schließlich längst eine Summe von 20 000 Euro für ebenjene Machbarkeitsstudie ausgegeben hat.

Das Straßenbauamt Neustrelitz hatte sich jüngst klar positioniert, was die Realität eines Tunnelbaus in Waren betrifft. Kein Geld! Nicht nur, dass selbst in Spitzenzeiten nicht die von dem Amt zugrunde gelegten Querungen von 150 Leuten erreicht würden, es sei generell nicht im Interesse des Amtes, dass Tunnel in Wohngebieten geschaffen würden. Dass dies im Falle von Waren auch noch ein Trockenrasenbiotop beeinflussen würde, das berührte den Umweltausschuss nur am Rande.

Für Planer Ronny Seidel aus Neustrelitz, der die Studie am Abend vorgestellt hatte, sind die 150 Querungen „nur ein Bauchgefühl des Straßenbauamtes, das jeglicher gesetzlicher Grundlage entbehrt”. Ob der Tunnel de facto spürbar den Lärm auf der viel befahrenen B 192 durch Waren reduzieren würde, das vermochte er am Abend nicht zu sagen. Sven Breuer sah darin quasi das Thema der Studie verfehlt. Zumal die Grundlage allen Agierens für den Tunnel der sogenannte Lärmaktionsplan sei, der auf besagter Strecke eine Lärmreduzierung anstrebt. Doch die liegt für viele Warener nach wie vor in einer Ortsumgehung, deren Chance scheiterte. Die Mitglieder des Umweltausschusses wollen das Thema nun mit ihre Fraktionen nehmen und beraten.