Ein Radfahrer versucht, den Zug zu erreichen – mit Kind und Kegel nebst allem, was ein Fahrradanhänger fassen kann.
Ein Radfahrer versucht, den Zug zu erreichen – mit Kind und Kegel nebst allem, was ein Fahrradanhänger fassen kann. Von der Teterower Straße zum Gleis 1 zu gelangen, kann viele Minuten dauern. Mitunter ist der Zug dann weg. Miriam Brümmer
Die Rampe ist noch im Bau.
Die Rampe ist noch im Bau. Miriam Brümmer
Diese Treppen befinden sich an beiden Seiten der Gleise und müssen noch bis Dezember von allen Reisenden mit und ohne Kin
Diese Treppen befinden sich an beiden Seiten der Gleise und müssen noch bis Dezember von allen Reisenden mit und ohne Kinderwagen und Fahrrädern überwunden werden. Miriam Brümmer
Bahnhof

Tunnel-Umbau in Waren soll Ende des Jahres geschafft sein

Der Fahrplan für den Umbau des Warener Bahnhoftunnels bedarf aktuell keiner Änderung. Allerdings wird der Materialmangel zum Ärgernis.
Waren

Das war knapp. Die Familie mit voll bepacktem Fahrradanhänger, zwei kleinen Kindern und den Rädern hatte am Mittwoch gerade so ihren Zug auf dem Warener Bahnhof erreicht. Nicht, dass sie zu spät dran gewesen wären, aber mit der Situation der Treppen hatten sie nach eigenem Bekunden nicht gerechnet. Radanhänger abnehmen, die Stufen hinauf- und hinunter schleppen. Und erst spät gab es dabei Tragehilfe einer Passantin. Die Kinder und den Zug im Blick behalten. Das gibt Puls. Im wahrsten Sinne. Muss das für die Touristen und Einheimischen nach mehr als acht Jahren Planungen immer noch sein?

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Baufirma und Verwaltung zuversichtlich

Die Endstation für den barrierefreien Tunnel ist in Sicht. Baufirma und Verwaltung sind zuversichtlich, dass die Arbeiten auf dem Warener Bahnhof ohne Verspätung abgeschlossen sein werden. Darüber informierte der Müritzstädter Bürgermeister, Norbert Möller (SPD), auf Anfrage.

Dennoch: Mit leichten Verspätungen wird mit Blick auf „ständige Lieferprobleme und knapper Baukapazitäten“ offenbar immer wieder ein bisschen sorgenvoll geblickt. Trotzdem halte man die „die Gesamtfertigung und Inbetriebnahme bis Ende Dezember 2022 für möglich“. Daran würden alle Beteiligten arbeiten. Schließlich werde der Umbau eine „zusätzlich barrierefreie Verbindung von der Nord- zur Altstadt und der Bahnsteige 2 und 3“ bieten. Auch die Bahn werde laut Möller „voraussichtlich 2023“ den derzeit noch unsanierten Treppenaufgang an der Teterower Straße umgestalten und sanieren.

Kostenlose Variante hatten die Politiker abgelehnt

Verspätungen hatte es im Laufe des rund Vier-Millionen-Projektes, das seit Jahren Touristen, Einheimische und ab und zu auch die Stadtpolitiker beschäftigt, immer wieder gegeben. Der ursprüngliche Zeitplan sah vor, dass bis Oktober 2018 die Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben werden. Bis Oktober 2019 sollte das Plangenehmigungsverfahren durch das Eisenbahnbundesamt dauern, und bis April 2021 sollte gebaut werden.

Für den barrierefreien Zugang soll von der Bahnhofseite her eine behindertengerechte Rampe zum Bahnhofstunnel gebaut werden. Anfangs war auch eine Variante im Gespräch, die nur mit Fahrstühlen ausgekommen und sogar komplett von der Bahn bezahlt worden wäre. Diese Option war von den Warener Stadtvertretern im Juni 2016 allerdings als zu störanfällig abgelehnt worden. Die jetzt geplante Variante ist im Übrigen auch die Vorzugsvariante des Behindertenverbandes Müritz.

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