NOSSENTINER GEGEN WALDFREVLER

Über eine Tonne Müll aus dem Wald geholt

Die verschmutzten Wälder und Straßengräben rings um ihre Dörfer haben Silzer und Nossentiner jetzt vom Abfall befreit. Was sie zu Tage förderten, war oft genug ziemlich abstoßend.
Petra Konermann Petra Konermann
Säcke mit vollen Windeln, Reifen, Schrott: Die Mitglieder der neu gegründeten Interessengemeinschaft Nossentin-Silz e. V. mussten jede Menge Müll aufsammeln und wegschaffen.
Säcke mit vollen Windeln, Reifen, Schrott: Die Mitglieder der neu gegründeten Interessengemeinschaft Nossentin-Silz e. V. mussten jede Menge Müll aufsammeln und wegschaffen. Ralf Tetzner
Weil sie nicht mehr mit verschmutzten Waldwegen und Straßengraben leben wollten, haben sich jetzt Mitglieder der  Interessengemeinschaft Nossentin-Silz e. V. daran gemacht, den Müll einzusammeln.
Weil sie nicht mehr mit verschmutzten Waldwegen und Straßengraben leben wollten, haben sich jetzt Mitglieder der Interessengemeinschaft Nossentin-Silz e. V. daran gemacht, den Müll einzusammeln. Ralf Tetzner
Nossentin.

Sage und schreibe 1,5 Tonnen Müll haben Mitglieder der neu gegründeten Interessengemeinschaft Nossentin-Silz e.V. jetzt bei einer Sammelaktion aus den Straßengräben und aus dem Wald rings um Nossentin und in Richtung Jabel geholt. Ralf Tetzner, der als Mitglied mit sammeln half, war entsetzt über das Ausmaß der Verschmutzungen: „An vielen Stellen illegal entsorgte Säcke und Haufen von Hausmüll stanken zum Himmel.“ Die Sammelaktion hatte Erfolg, „schauderhaften Erfolg“, wie Tetzner sagte.

Auffällig seien die in den Straßengräben in großer Menge gefundenen leeren Flaschen mit ehemals alkoholischen Inhalten gewesen. Ärgerlich auch die vielen Coffee to go- Becher und leergefutterte Fastfood-Tüten. Jede Waldeinfahrt und jeder Wanderparkplatz werde für die bequeme Entsorgung missbraucht, kritisierte der Umweltschützer.

Und er nannte unappetitliche Beispiele zu den Sachen, die die Mitglieder der Interessengemeinschaft Nossentin-Silz e.V. bei ihrer Sammelaktion gefunden hatten und einsammeln mussten: Mehrere Plastiksäcke mit vollen Windeln – sorgfältig abgedeckt mit heimischem Baumschnitt, Gartenabfälle, Fernseher, Glasscheiben, Metallschrott, volle und leere Farbeimer,Teppiche. „Und immer wieder Altreifen, so Tetzner. „Man fragt sich anlässlich solcher Aktionen, wer seinen Müll so weit kutschiert, obwohl der Wertstoffhof in Malchow Ausgedientes für geringe Gebühr entgegen nimmt“, sagte Tetzner. Die Vergangenheit lehre zwar, so der Nossentiner, dass „Appelle dieser Art wenig nützen – trotzdem möchte man immer wieder das Umweltgewissen der Mitbürger sensibilisieren, die zahlreich angebotenen legalen Entsorgungsmöglichkeiten zu nutzen und auch entsprechend auf den Nachwuchs einzuwirken.“

Die Interessengemeinschaft Nossentin-Silz e.V. jedenfalls will sich künftig gegen solche Verschmutzungen rings um die beiden Dörfer stemmen. Gerade erste gegründet, verfügt der Verein bereits über rund 40 Mitglieder, die sich gegen den Raubbau an der Natur und für den Schutz der Natur einsetzen wollen, so Tetzner. Zum Vorsitzenden haben die Mitglieder David Hagemeister aus Nossentin gewählt. Die nächsten Aktionen sind bereits geplant. Zum Beispiel sollen demnächst Schilder um Silz und Nossentin aufgestellt werden, um die Umweltsündern daran zu erinnern, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Müll abladen verboten!

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