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Umgehungsgegner drängt auf schnellen Verkauf der Trasse

Nach dem Nein zur Ortsumgehung in Waren wollen die Sieger der Bürgerbefragung die Gunst der Stunde nutzen. Es könnte ja sein, dass sich in Zukunft eine andere Landesregierung an keine Versprechen an die Warener mehr gebunden fühlt.

CDU-Stadtvertreter in Waren, Hans-Jürgen Kersten. Foto: THB
thb CDU-Stadtvertreter in Waren, Hans-Jürgen Kersten. Foto: THB

Der Warener Stadtvertreter Hans-Jürgen Kersten (CDU) drückt aufs Tempo. Am liebsten wäre dem bekennenden Gegner einer Ortsumgehung in Waren, wenn das Stadtparlament noch bis zum Ende des Jahres einen Beschluss fasst, die jahrelang frei gehaltenen Flächen schnell zu verkaufen. „Wir müssen jetzt“, so Kersten, „die eingetretene Schockstarre der Befürworter einer Umgehung ausnutzen und einen klaren Schnitt machen.“

Zwar weiß der CDU-Stadtvertreter auch nicht ganz genau, wie groß die Flächen insgesamt sind, erhofft sich aber vom Verkauf erhebliche finanzielle Vorteile für die Stadt. „Wir reden hier von 70 Euro pro Quadratmeter Bauland, teilweise in erschließungsfähigem Zustand.“ Sperren sich Kerstens Kollegen in der Stadtvertretung gegen einen solchen Beschluss, soll nach Ansicht des Wareners ihm niemand mehr etwas von knappen Kassen im Rathaus erzählen. „Dann hätten wir eine große Chance verpasst.“

Aber nicht nur Bauwillige, die es laut Kersten noch genügend gebe, sondern auch Unternehmen oder Landwirte sollten von der Freigabe der Flächen profitieren. „Ich erinnere mich noch gut daran, dass wir einem expansionswilligen Möbelhaus die Zustimmung für die Erweiterung versagen mussten, weil sonst ein möglicher Trassenabschnitt der Umgehung überbaut worden wäre.“ Der CDU-Stadtvertreter will, dass nach einem entsprechenden Beschluss der Stadtvertreter ganz schnell dem Rathaus der Auftrag zur Vermarktung der Flächen erteilt werde. „Wir müssen das Eisen schmieden, solange es noch heiß ist“, verlangt Kersten. Der Stadtentwicklungsausschuss soll daher seinen Vorschlag schon auf der nächsten Sitzung am Dienstag gutheißen, damit sich die Stadtvertretung im November damit beschäftigen und schnell grünes Licht geben kann.

Der Stadtvertreter verhehlt aber nicht, außer finanziellem Gewinn für die Stadt noch anderes mit einem schnellen Verkauf im Sinn zu haben. Kersten, der gemeinsam mit 59 Prozent aller Wähler in Waren am 22. September gegen eine Ortsumgehung gestimmt hat, traut dem Frieden in Zukunft nicht ganz. „Zwar besitzen wir die Zusage des Verkehrsministers in Mecklenburg-Vorpommern, Volker Schlotmann, bei einem Nein der Warener die Ortsumgehung nicht bauen zu lassen. Aber wer mag denn die Garantie dafür geben, dass sich auch alle möglichen Nachfolger Schlotmanns an das ministerielle Versprechen halten?“ Besser, so Kersten, man würde jetzt dafür Sorge tragen, dass eine Ortsumgehung in Waren auch für alle Zeiten unmöglich gemacht werde und verkaufe die frei gehaltenen Flächen. Wo kein Platz, dort auch keine Umgehung, so die einfache Formel.

Die Entscheidung sei nun einmal gefallen, resümiert der Stadtvertreter. Und weil die Warener mehrheitlich gegen eine wie auch immer geartete Trasse gestimmt haben, könne die Stadt jetzt auch keinen Bedarf mehr für die Flächen geltend machen. „Die Vermarktung der Areale und der schnelle Verkauf an die Interessenten sind die logische Konsequenz“, verlangt Hans-Jürgen Kersten nachdrücklich.