Private Strandidylle oder Flanierweg für alle? Darüber wird in der Warener Politik gerade gestritten.
Private Strandidylle oder Flanierweg für alle? Darüber wird in der Warener Politik gerade gestritten. Ingmar Nehls
Der Warener Unternehmer Thomas Pilgram hat eine klare Meinung zum Thema Uferweg.
Der Warener Unternehmer Thomas Pilgram hat eine klare Meinung zum Thema Uferweg. Ingmar Nehls
Debatte in Waren

Umweltpreisträger macht mobil für Uferwanderweg an der Müritz

Der Uferweg könnte mehr als nur den Stadthafen mit der Kuhtränke verbinden. Das meint Unternehmer Thomas Pilgram. Er wünscht sich, dass die Warener mehr mitgestalten.
Waren

Thomas Pilgram will sich einmischen. Der Unternehmer, der einen Bioladen im Heilbad betreibt und am Samstag (25. Juni) mit dem Umweltpreis der Stadt Waren (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) ausgezeichnet wird, möchte die Zukunft der Stadt aktiv mitgestalten, statt nur zuzusehen. Darum meldet er sich nun auch bei einer Debatte zu Wort, die derzeit hohe Wellen schlägt: der Uferwanderweg zwischen dem Stadthafen und der Kuhtränke.

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Bänke an der Seeseite gewünscht

Ob die Lücken des Weges bald geschlossen werden oder das Vorhaben begraben wird, entscheidet sich bei der Stadtvertretersitzung am Mittwoch. Dort will Pilgram zusammen mit anderen Bürgern Rederecht beantragen. „Wir stellen uns vor, künftig nicht vom Hafen kommend einen Spaziergang zur Kulturkneipe Flomala an der Straße fortzusetzen, sondern an der wunderbaren Seeseite zuflanieren. Es laden Bänke zum Sitzen ein, es gibt wieder ein lebhaftes Schilfleben. Das gibt es derzeit nämlich nicht mehr. Der direkt am Wasser grenzende Boden gehört der Stadt und somit denBürgern“, sagt Thomas Pilgram.

„Wem gehört unsere Stadt?”

Wenn 2003 eine Mehrheit der Stadtvertreter den Anwohnern des Uferwegs zwischen Hafen und Kuhtränke versprochen hat, dass dieser nicht gebaut oder umgesetzt wird, bedeute dies, dass Partikularinteressen vor Partizipation der Bevölkerung gestellt werden. „Es bedeutet, dass Stadtvertreter das Bedürfnis von 21 000 Einwohnern gegen das von wenigen Anliegern stellen. Nun geht es schon lange nicht mehr um Gerechtigkeit, wie die eigene Badestelle direkt an der Müritz zu nutzen, welche nicht im Grundbuch steht. Es geht darum, wem unsere Stadt gehört und wie wir uns einbringen können“, meint Thomas Pilgram.

Unternehmer appelliert an den Gemeinsinn

Gute Beispiele dafür, wie es anders geht, seien die gerade laufenden Beteiligungsveranstaltungen zur Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes und der Aktualisierung des Klimaschutzkonzeptes. 48 Bürger hätten sich gemeldet, um sich am wichtigen Diskurs für die Stadtentwicklung zu beteiligen und Prozesse aus der Sicht der Bürger in Gang zu setzen. Auch der Aufruf von Florian Winter, sich am kommenden Montag um 17 Uhr zum Fahrradkorso am Bahnhof zu treffen, um gemeinsam neuralgische Verkehrsschwerpunkte zu diskutieren, sei ein weiteres Beispiel, die Stadt mitzugestalten.

Idee für soziale Aktion

Gemeinsinn und Anteil am Gemeinwohlwesen seien prägende Elemente einer lebenswerten Stadt. Dabei dürfe man sich nicht von parteipolitischem Klein-Klein ablenken lassen, meint der Unternehmer. Der Uferweg könnte aus seiner Sicht eine Symbiose zum Kurwald auf dem Nesselberg und dem Heilwald in Ecktannen darstellen, wenn beispielsweise ein Projekt wächst, bei dem berufstätige Bürger jede Woche eine Stunde mit älteren Bürgern, die ansonsten vereinsamen, gemeinsam am Uferweg spazieren und zum Heilwald gehen, skizziert Thomas Pilgram seine Vision.

 

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