Die Wrackteile der Eurofighter-Kollision verteilten sich vornehmlich im Bereich von Nossentin und Nossentiner Hütte
Die Wrackteile der Eurofighter-Kollision verteilten sich vornehmlich im Bereich von Nossentin und Nossentiner Hütte. Petra Konnermann/dpa/Nordkurier
Eurofighter-Absturz in der Seenplatte

Unglückspilot wohl schuld an Kampfjet-Kollision

Knapp elf Monate liegt der Eurofighter-Absturz zwischen Silz und Nossentiner Hütte zurück, bei dem ein Pilot starb. Nun bringt ein Gutachten Licht in das, was geschehen sein könnte.
Nossentiner Hütte

Das Luftfahrtamt der Bundeswehr hatte nach dem tragischen Absturz zweier Eurofighter am 24. Juni 2019 lückenlose Rekonstruktion des Unfallhergangs versprochen. Peter Klement, General Flugsicherheit der Bundeswehr, hat nun laut Spiegel Online sein Gutachten vorgelegt. In diesem wird offenbar von einem Fehler des 27-jährigen Piloten ausgegangen, der bei dem Absturz ums Leben kam.

Fluglehrer hat sich mit dem Schleudersitz gerettet

Der Unglückspilot brach damals mit seinem Fluglehrer im zweiten Kampfjet zu einem Ausbildungsmanöver über der Mecklenburgischen Seenplatte auf. Bei dem Manöver selbst soll der 27-Jährige einen dritten Eurofighter des Geschwaders „Steinhoff” verfolgt haben. Der Fluglehrer im zweiten Eurofighter soll neben ihm geflogen sein. Bei der Verfolgung könne der Unglückspilot so fokussiert auf das Ziel gewesen sein, dass er womöglich vergaß, dass der Fluglehrer unmittelbar neben ihm flog. Als der 27-Jährige sich dem zweiten Eurofighter scheinbar unbewusst nähert, kommt es zur Kollision. Bei dieser soll der Unglückspilot bereits ums Leben gekommen sein, während sich der Fluglehrer über den Schleudersitz ins Freie retten konnte. Er wurde später von Rettungsmannschaften in einem Baum gefunden.

Fehler in der Dienstaufsicht?

Möglicherweise hätte der Absturz verhindert werden können. Laut Gutachten soll der General Flugsicherheit der Bundeswehr Fehler in der Dienstaufsicht vorwerfen. Zuletzt soll der Flugschüler durch schwache Flugleistungen aufgefallen sein.

Bei der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft dauern die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung derzeit noch an, wie es von Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler auf Nachfrage heißt. Ob es zur Anklage kommt, ist damit ebenso wenig geklärt. Auch mit weiteren Angaben zu konkreten Detailfragen hält sich die Staatsanwaltschaft bedeckt.

Trümmer trafen keinen Menschen

Bei der Luftkampfübung am 24. Juni waren zwei der insgesamt drei beteiligten Jets in größerer Höhe kollidiert und in der Nähe der kleinen Ortschaften Nossentiner Hütte und Nossentin in der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Wrackteile und die krebserregenden Faserstoffe verteilten sich Hunderte Meter weit um die Absturzstellen. Die Bürger der betroffenen Absturzregion hatten Glück im Unglück – die unzähligen Trümmerteile der Eurofighter prasselten zwar in einem großen Radius nieder und landeten sogar unweit einer Kita. Allerdings trafen sie keine Menschen.

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