Bürgerprotest

Viel Zündstoff beim Warener Garagen-Gipfel

Bei der Sondersitzung zum Thema Garagen im Warener Bürgersaal sollen auch die Besitzer zu Wort kommen. Einigen Zündstoff dürfte die Präsentation der Verwaltung liefern.
Viele Garagen stehen unmittelbar neben Wohnblöcken. Was dort aufbewahrt wird, möchte die Stadtverwaltung gerne wisse
Viele Garagen stehen unmittelbar neben Wohnblöcken. Was dort aufbewahrt wird, möchte die Stadtverwaltung gerne wissen. Foto: Ingmar Nehls Ingmar Nehls
Viele Garagen stehen unmittelbar neben Wohnblöcken. Was dort aufbewahrt wird, möchte die Stadtverwaltung gerne wisse
Viele Garagen stehen unmittelbar neben Wohnblöcken. Was dort aufbewahrt wird, möchte die Stadtverwaltung gerne wissen. Foto: I. Nehls Ingmar Nehls
Waren

Um die Zukunft einiger Garagenstandorte geht es am Dienstagabend um 18 Uhr im Warener Bürgersaal bei einer Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses. Wird es ein Friedensgipfel, der Ruhe bringt? Oder bleibt die Stimmung zwischen den Garagenbesitzern, der Stadtpolitik und der Verwaltung weiter angespannt?

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Wohl eher Letzteres. Denn eine Präsentation, die von der Verwaltung für das Treffen erarbeitet wurde und die dem Nordkurier vorliegt, lässt einigen Ärger erahnen – und wird vielleicht denjenigen Recht geben, die seit Monaten hinter dem Handeln der Verwaltung städtebauliche Interessen vermutet haben. Der Grund: Mehrere Garagenstandorte könnten schon bald für Wohnbebauung oder Verkehrsprojekte weichen.

Wo wohnen die Garagen-Besitzer?

Ein Beispiel ist die Anlage mit 619 Garagen auf dem Papenberg, von denen einige mit Sicherheit für das neue Wohngebiet wegfallen werden. Das Garagensterben könnte dort sogar noch größer werden, falls die sogenannte Spangenlösung bei einer möglichen innerörtlichen Ortsumgehung umgesetzt wird.

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Als Argumentationsstütze hat die Verwaltung bei einigen Garagenanlagen auch aufgelistet, wo die jeweiligen Mieter eigentlich wohnen. So sind bei der Garagenanlage auf dem Papenberg von den 619 Garagen nur 245 im Besitz von Warenern, die gleich nebenan im westlichen Teil des Papenbergs zu Hause sind. 53 kommen von außerhalb, 21 aus der Altstadt, 41 aus Waren West, 66 aus Waren Ost und der Rest aus anderen Teilen des Stadtgebiets.

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Bauamtsleiter Ingo Dann hatte kürzlich bei einer Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses, wo wieder 100 Leute vor der Tür standen und nicht reinkamen, erklärt, dass man für eine Diskussion über Stadtentwicklung wissen müsse, wer die Garagen nutzt und wofür. Das wiederum hatte für Unmut bei den Stadtpolitikern gesorgt. „Was die da reinstellen und warum jemand aus Waren-West eine Garage in Waren-Ost hat, geht uns einen Scheiß an“, sagte Toralf Schnur. Der Fraktionsvorsitzende der FDP/MUG hatte mit seinem Antrag dafür gesorgt, dass die heutige Sondersitzung stattfindet.

Maskenpflicht und Stühle für 200 Personen

Dort soll laut Tagesordnung die Verwaltung zunächst einen Sachstand zur „Richtlinie für den Verkehr von stadteigenen Grundstücken, Gebäuden und baulichen Anlagen“ geben und dabei die Ausgangslage, den Grund der Überarbeitung, die rechtliche Lage, Problemfelder, nächste Schritte und die Regelung für den Übergang beschreiben. Dann bekommen die Bürger im Rahmen der Einwohnerfragestunde das Wort. Schließlich soll die städtebauliche Betrachtung vorgestellt werden.

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Weil der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Rainer Espig (Die Linke), selbst Vorsitzender eines Garagenvereins und damit betroffen ist, wird die Sondersitzung von Espigs Stellvertreter, dem CDU-Stadtchef Christian Holz, geleitet. Der hofft trotz der emotionalen Situation auf eine sachliche Diskussion. „Es wäre gut und zielführend, wenn die Garagenbesitzer vorab Sprecher benennen könnten, die dann die Probleme und Fragen vortragen“, bittet Christian Holz.

Auf Nachfrage bei der Verwaltung hieß es, dass auch Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) anwesend sein wird. Bisher hatte sich Möller zu dem Thema nicht geäußert und war auch bei keinem der Ausschüsse dabei, was viele Bürger sehr enttäuscht hat. Neben ihm werden Hauptamtsleiter Florian Tornow und der Bauamtsleiter Ingo Dann für die Verwaltung sprechen. Das Hygienekonzept sieht vor, dass alle Personen eine Maske tragen müssen. Der Saal wird für etwa 200 Personen bestuhlt sein.

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