KLIMASTREIK IN WAREN

Viele Hunderte protestieren für mehr Umweltschutz

So menschengefüllt war der Warener Neue Markt lange nicht. Generationenübergreifend gingen die Menschen für eine lebenswerte Zukunft auf die Straße. Dabei widersetzten sich sich sogar Verboten.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Die Organisatoren erwarteten eigentlich lediglich 100 bis 150 Teilnehmer. Gekommen waren deutlich mehr Menschen.
Die Organisatoren erwarteten eigentlich lediglich 100 bis 150 Teilnehmer. Gekommen waren deutlich mehr Menschen. Susann Salzmann
Die Teilnehmer habe sich Gedanken zum Thema gemacht.
Die Teilnehmer haben sich Gedanken zum Thema gemacht. Susann Salzmann
Teilnehmer aller Altersgruppen waren gekommen.
Teilnehmer aller Altersgruppen waren gekommen. Susann Salzmann
Viele Slogans waren zu lesen.
Viele Slogans waren zu lesen. Susann Salzmann
Waren.

Der erste Klimastreik – organisiert von der „Fridays-for-future”-Bewegung und der örtlichen Georgenkirchgemeinde – war ein voller Erfolg! Rechneten die Initiatoren zum Klimastreik in der Müritzstadt lediglich mit maximal bis zu 150 Teilnehmern, überwältigte sie die Resonanz der engagierten Menschen, welche die Erwartungen um ein Vielfaches übertrafen.

Ein mehr als 100 Meter langer Tross zog zum internationalen Großstreiktag vom Neuen Markt zum Verwaltungssitz von Stadt und Landkreis am Warener Amtsbrink. Zu den prominenten Teilnehmern gehörte unter anderem Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD). Seit 2014 habe die Stadt ein viele Seite umfassendes Klimaschutzkonzept für das Heilbad. Noch vor fünf Jahren sei das Konzept allerdings mehrheitlich bei den Stadträten durchgefallen. Noch auf dem mobilen Podest am Amtsbrink versprach Möller, sich „verstärkt dem Klimaschutz zu widmen”.

Lehrer auf der Demo mit dabei

Nicht für jeden Schüler war die Teilnahme am Protest für eine zukunftsträchtige Umwelt ohne Gewissensbisse und mulmiges Gefühl zu meistern. Denn wie Mit-Organisatorin Anja Lünert (Pastorin) sagte, hätten einige Schulen regelrechte Verbote zur Teilnahme ausgesprochen. Deshalb waren wohl nicht nur einige Schüler vorsichtiger, sich mit Plakaten und Transparenten nach draußen zu wagen, sondern auch Lehrer selbst. Einer der wenigen Lehrkräfte, die beim Warener Klimastreik dabei waren, hieß Frank Bauer. Der studierte Biologielehrer hätte an jenem Freitagvormittag eigentlich an der Groß Gievitzer Peeneschule unterrichten müssen. Kollegen vertraten ihn. Und ganz grundsätzlich pflegte seine Schulleitung eine befürwortende Haltung zum erstmaligen großen Streik in Waren. Bauer findet: Selbst wenn von den Schulleitungen Verbote zur Teilnahme ausgesprochen werden, sollten auch mehr Lehrkräfte den „Arsch in der Hose haben, daran teilzunehmen”, so Bauer. Denn dann würden auch noch mehr Schüler diesem umwelterhaltenden Gedanken mit hinaus in die Welt tragen, ist er überzeugt.

Den einzigen Kritikpunkt, den Bürgermeister Norbert Möller als ehemaliger Leiter einer Grundschule anklingen ließ, bezog sich auf die Reaktionen der Schulen. So hätten die Bildungseinrichtungen den Organisatoren wenigstens eine Begründung liefern können, ob sie am Klimastreik teilnehmen, wie das Thema an der jeweiligen Schule aufgearbeitet würde oder aus welchen Gründen sich die Schule beim Klimastreik außen vor hält.

Umweltbewusste Schüler wie Titus Hübner wünschen sich mit ihrem Streik dagegen nur eines: „Die Politik muss endlich handeln!“, ergänzte der Warener Gymnasiast.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Waren

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Kommentare (4)

Über geltendes Gesetz hinwegsetzen scheint im Bildungswesen Sitte zu werden. Wenn die Bildung kommender Generationen so aussieht, dann Gute Nacht. Das Perfide ist, dass Schulpflicht rigoros eingefordert, aber Unterricht für überflüssig gehalten wird. Wie sollen sich Eltern verhalten, wenn sie wissen, dass die staatliche Bildung sich nicht an Gesetze hält? Der Weg zu den Privatschulen ist vorprogrammiert. Wer es sich nicht leisten kann, muss seine Kinder in gesetzespumucklige, staatliche Schulen zwangseinschulen.

Liebe Rentner denkt daran das ihr bei dem beschlossenen
Klimapaket wieder in die Röhre schaut wie bei seit
Jahren angekündigten Rentenanpassung Ost, West... Die Jugnd geht ja lieber zur Demo statt in die Schule also spart mal die Schulbusse ein als erstes, die können laufen und sind noch jung.

Das wieder der deutsche Michel die Kosten zu schultern hat.
Autofahren wird noch teurer.
Was nützt es dem Arbeiter im Flächenland wenn Bahntickets weniger besteuert werden, es aber weder regelmäßige Busse noch Bahnanschluss gibt.
Unsere kleinen Klimaaktischulverweigerer werden noch früh genug mitbekommen in welche finanzielle Sch***e sie sich gerade reinreiten.
Deutschland will der große Vorreiter beim Klimaschutz sein, der Rest der Welt lacht uns aus und lädt weiter seine ach so umweltfreundlichen E-Autos mit Atomstrom.
Woher kommt eigentlich das Lithium für die Akkus?
Wächst das an Bäumen oder wird dafür Raubbau an der Natur betrieben?
Man kann der kleinen Gretl weiter blind hinterher laufen, die Rechnung zahlen wir leider alle.

Alle die an diesem Demos teil nehmen, geben als erste die Autoschlüssel ab.