Arbeitsmarkt
Viele Müritzer unter 25 sind langzeitarbeitslos

In der Seenplatte sind derzeit rund 1000 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Rund 700 von ihnen haben keinen Schulabschluss beziehungsweise keine Ausbildung.  
In der Seenplatte sind derzeit rund 1000 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Rund 700 von ihnen haben keinen Schulabschluss beziehungsweise keine Ausbildung.
Larissa Schwedes

Über 2000 offene Stellen sind in der Region zu vergeben – die Arbeitslosigkeit an der Müritz ist so gering wie noch nie seit der Wende. Und doch ist die Zahl der jungen Leute, die keinen Job haben, sehr hoch. Das hat einen Grund.

Es ist Winter auf dem Arbeitsmarkt, der sich aber, wie das echte Wetter draußen auch, momentan nicht von seiner allzu frostigen Seite zeigt. Auf dem Arbeitsmarkt ist Tauwetter. Und das obwohl die Arbeitslosenquote in Waren von November bis Dezember 2018 um 0,5 Prozent auf nun 7,4 Prozent geklettert ist, im Röbeler Bereich von 7,2 Prozent im November auf 8,5 Prozent im Dezember.

Ronny Steeger, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Neubrandenburg, sieht die Müritzregion trotzdem als Gewinner: „So niedrig waren die Quoten an der Müritz im Winter noch nie seit der Wiedervereinigung, also seit 28 Jahren.“ Waren kann sogar die niedrigste aktuelle Quote im gesamten Landkreis vorweisen.

Die meisten haben keinen Schulabschluss

Damit ist aber in der Müritzregion nicht alles gut, bei weitem nicht. Denn es zeichnet sich laut Steeger mehr und mehr ein Trend ab, der ihm echte Sorgen bereitet: „Es sind im Warener und Röbeler Bereich immerhin noch rund 2400 Menschen ohne Job. In einer Situation, in der fast alle Unternehmen händeringend Mitarbeiter suchen, dürfte das eigentlich nicht sein. Vor allem jene Menschen haben keine Arbeit, die keinen Schul- oder Berufsabschluss haben. Und hier sticht vor allem eine Gruppe hervor: Es sind leider viele Jugendliche unter 25 Jahren darunter“, so Steeger.

In der Seenplatte sind rund 1000 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos, rund 700 von ihnen haben keinen Schulabschluss oder keine abgeschlossene Berufsausbildung. Im Warener Bereich machen diese Gruppe der unter 25-Jährigen rund ein Drittel derjenigen aus, die langzeitarbeitslos gemeldet sind, die also seit mehr als einem Jahr keinen Job haben.

Weit mehr als 2000 offene Stellen zu vergeben

Das ist, so Pressesprecher Steeger, ein großes Desaster. Er betonte, dass die Agentur für Arbeit vor allem auf Zusammenarbeit mit Unternehmen setze, um über längere Betriebspraktika gerade bei diesen Jugendlichen Motivation zu erzeugen, doch noch den Schul- oder den Berufsabschluss nachzuholen. Darüber hinaus sei es eine gesellschaftliche Aufgabe aller, Jugendliche für Schule sowie Ausbildung zu motivieren und ihnen vor Augen zu führen, wie wichtig ein Abschluss sei, wie sehr sie als Fachkräfte gebraucht werden. „Denn auch wenn wir noch weit davon entfernt sind, wird die Digitalisierung auch bei uns Einzug halten. Und dabei fallen als erstes die Jobs weg, die von unqualifizierten Mitarbeiter erledigt werden, da müssen wir uns nichts vormachen.“