WAHRZEICHEN

Vier Tonnen schweres Troja-Pferd steht wieder

Der Platz vor dem Heinrich-Schliemann-Museum in Ankershagen hat wieder was zu bieten: Das trojanische Pferd steht. Beim Aufbau kam es zu einer unliebsamen Überraschung.
Der Aufbau des hölzernen Pferdekorpus' ging fast reibungslos vonstatten.
Der Aufbau des hölzernen Pferdekorpus' ging fast reibungslos vonstatten. Susann Salzmann
Ankershagen ·

Das Wahrzeichen mit neuer „Haut”, aber in derselben Gestalt steht: Das trojanische Pferd ist das Aushängeschild, das die Blicke von Einheimischen wie Auswärtigen auf sich zieht. Der nagelneue Kopf des hölzernen Pferdes reicht einen halben Meter über die Fünf-Meter-Marke. Würde das Holzpferd auf eine Waage gestellt, zeigte diese rund 3,5 Tonnen an. Dabei ist der Feinschliff noch gar nicht abgeschlossen.

Nächste Woche rückt die Tischlerei erneut an – um Pferdehals und -rumpf zu mit Eichenholzplanken fertig zu stellen. Bis auf den Zentimeter genau haben die Mitarbeiter um Denis Wagenknecht von einer Gielower Firma das Wahrzeichen nach einem Entwurf vom 2018 verstorbenen Künstler Walther Preik nachgebaut. In nur drei Monaten. Kostenpunkt: Ungefähr 70.000 Euro.

Mitarbeiter erlitt Bandscheibenvorfall

Mit schwerem Gerät schwebten Donnerstagvormittag zunächst Beine und Rumpf über die Wiese vor dem Museum. Danach wurden Kopf und der als Rutsche umfunktionierte Pferdeschweif eingesetzt. Ein Tag, wie es ihn zuletzt 1996 – also vor 23 Jahren gegeben hat. Damals hielt das erste hölzerne Spielgerät für Kinder Einzug vor dem Museum. Beim jüngsten Trojapferd-Aufbau richteten die Mitarbeiter der Tischlerei die Holzteile passgenau aus – und genau dabei erlitt ein Mitarbeiter der Firma einen Bandscheibenvorfall.

Für die harte Arbeit, die mehrere hundert Kilogramm schweren Teile auszurichten, werden sie wohl ebenfalls eine besondere Würdigung erhalten – so wie jeder, der für das Pferd gespendet hat. Das Schliemann-Museum hat sich dafür entschieden, jeweils ein Stück der gut erhaltenen Planken des alten Pferdes mit Widmung an die Spender zu übergeben. Die erste Planke wechselte am 28. März zum 90. Geburtstag von Mäzen Jost Reinhold den Besitzer. Er spendete für das Schliemann-Gelände 20.000 Euro. „Das Pferd dient dazu, dass das Museum besser wahrgenommen wird”, begründete Sven Rose, Referent der Wirtschaftsförderung, die Bedeutsamkeit des Wahrzeichens.

Ab 15. Mai wird um das Pferd herum außerdem ein archäologischer Spielplatz gebaut. Zur offiziellen Einweihung des Pferdes am 18. Mai von 10 bis 14 Uhr ist dieser zwar noch nicht fertig, aber Neugierige können natürlich einen Blick in den Bauch des Pferdes werfen.

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Kommentare (1)

Hätte ich jetzt echt nicht gedacht. Aber, Hut ab bei dieser Leistung. Auf dass das Pferd viele Jahre am Museum steht :)