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Von Putzteufeln und all den anderen Wasserratten

Chef-Techniker Torsten Hildebrand werkelt nicht nur an Landschaftsmodellen, sondern auch an einer neuen Unterwasserkamera.  FOTo: Archiv/CS

VonCarsten SchönebeckWohin mit dem Wochenende und all den Feiertagen? In unserem Thema der Woche zeigen wir Orte in der Region, die auch für ...

VonCarsten Schönebeck

Wohin mit dem Wochenende und all den Feiertagen? In unserem Thema der Woche zeigen wir Orte in der Region, die auch für „Wiederholungstäter“ immer wieder einen Besuch wert sind. Und das, was sie Neues zu bieten haben.

Waren.War es nun Igel oder Dachs? Ein Druck auf die entsprechende Fußspur auf dem Boden gibt das Geheimnis per Videosequenz preis. Das Fährtenlesen ist im Warener Müritzeum besonders beliebt. „Da wird so mancher wieder zum Kinde“, bestätigt auch Geschäftsführerin Andrea Nagel. Nicht die einzige Attraktion, wegen der das „Haus der tausend Seen“ nicht nur Urlauber, sondern auch seine Stammkundschaft lockt. Auch wenn die meisten Tiere, um die es sich in dem Süßwasser-Aquarium dreht, keine Fußspuren hinterlassen.
Gerade jenen soll man aber in dieser Saison noch genauer auf die Gliedmaßen schauen können. „Schreiben Sie bloß nicht zu viel, wir sind schließlich noch nicht fertig damit“, sagt Mitarbeiter Martin Rehberg. Aber ein bisschen was dürfen wir doch verraten: Das Außenbecken im Herrensee soll schon bald zum Big-Brother-Haus werden. Schon seit einigen Monaten tüfteln die Techniker an der neuen Unterwasserkamera des Müritzeums. „Wir hatten sie zwischendurch schon im Einsatz, aber es gibt noch ein paar Kinderkrankheiten“, sagt Rehberg. Na gut, schließlich wollen wir ja unter Wasser keinen Kurzschluss riskieren.
Ein paar Meter hinter dem Müritzeum wartet das Haus der Sammlungen. Im Moment wartet es auf Präparate für die neue Sonderausstellung. Ein heißes Eisen, dass die Museumsmitarbeiter da anpacken wollen: „Willkommen oder unerwünscht – Die Rückkehr der Wölfe“, so der Titel der Ausstellung. „Wir wollen damit auch ein Stück Aufklärungsarbeit leisten“, erklärt Rehberg. Schließlich sei der Wolf ein Tier, dass hier ursprünglich heimisch war. „Die Rückkehr ist nicht ganz unproblematisch, aber die Märchen vom bösen Wolf sind eben auch nicht wahr.“
Gefährlich mutet auch der Mann in Schwarz an, der das Aquarium regelmäßig heimsucht. Vor dem braucht man allerdings keine Angst zu haben. Das Müritzeum hat ihn schließlich selbst bestellt. Taucher Roger Mader schwimmt alle drei Wochen bei den Fischen. Nicht aus reiner Vergnügungssucht, der Mann reinigt das Becken, in dem ein Maränenschwarm seine Kreise zieht. Wer schon immer mal anderen beim Putzen zusehen wollte, der kann das die nächsten Male am 14. Mai und am 4. Juni. Jeweils um 11 Uhr geht es los.

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