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Von Waren-City zum Vesuv

Nicht nur die Stadt Waren feiert in diesem Jahr ein Jubiläum – auch Manfred Seidel aus Klocksin. Nur ist die Müritzstadt 675 Jahre älter als der Maler. Zur 750-Jahrfeier malte der bald 75-Jährige nun ein Panoramabild von der Stadt, in der er über 30 Jahre zu Hause war.   Foto: silke Voß

VonSilke VoßDie Stadt Waren mit Farben und Pinsel zum 750. Stadt-Geburtstag gesehen von einem 75-jährigen Jubilar.Klocksin.Die Marienkirche des ...

VonSilke Voß

Die Stadt Waren mit Farben und Pinsel zum 750. Stadt-Geburtstag gesehen von einem 75-jährigen Jubilar.

Klocksin.Die Marienkirche des Müritz-Monaco neben dem Dom Santa Maria del Fiore von Florenz – so was kann nur ein Maler richten. Bei Manfred Seidel in Klocksin prangt ein Waren-Panorama auf Leinwand neben einer gemalten Sicht auf die toscanische Kunststadt. Darunter lockere Pinselstriche zu einfachen dänischen Fischerhäusern gebaut und damit wieder ein Fingerzeig zurück gen Norden ...
Seidels Atelier im alten Pferdestall gleicht einer Bilderreise durch Europas Landschaften. Raue Ostsee-Eindrücke à la Otto Niemeyer-Holstein neben stillen norditalienischen Alleen, deren stolze Zypressen-Zäune reizvolle Licht-Schatten-Linien bilden.
Mit dem Waren-Panorama aber ist Manfred Seidel mit Farben und Pinsel zurückgekehrt in die Heimat. Es ist sein neuestes Bild, gesehen von den Warener Ecktannen aus, und zur 750-Jahrfeier der Müritzstadt gedacht. Seidel selbst wird in der kommenden Woche 75. „Man braucht doch nur eine 0 zu ergänzen, und schon ist man bei 750“, kombiniert Seidel, der damit „ein bisschen provozieren“ will. Er habe aber auch nichts dagegen, wenn „die Stadt das Bild käuflich erwirbt“.
Doch zurück zu Manfred Seidels Jubiläum. Nach seinem 75. Geburtstag geht es erst mal wieder gen Italien. Genua, Sardinien, Rom, Pompeji, hinauf auf den Vesuv und wieder hinunter nach Sizilien. Italien, das Sehnsuchtsland der Künstler nicht nur zu Goethes Zeiten, „Italien, da geht mir das Herz auf“, bekennt Seidel. Und erhofft sich wieder eine fruchtbare künstlerische Ausbeute mit seinem Aquarellblock von der Reise ins Mediterrane.
Doch auch Waren, wo er zwischen 1962 und 1994 wohnte, bevor er auf den Klocksiner Hof umsiedelte, biete ihm immer wieder reizvolle Motive – sowohl die Altstadt als auch die vielen Seen, Wälder und Hügel ringsum. Ein landschaftlicher Abwechslungsreichtum, der anderswo kaum gegeben sei, findet Seidel.
Danach nutzt er den mecklenburgischen Sommer und bietet auf seinem Hof wieder Malkurse für Anfänger und Fortgeschrittene an, ab Mai. Den ganzen Sommer über ist seine Galerie im Pferdestall geöffnet, und zu Kunst offen.

Kontakt zur Autorin
s.voss@nordkurier.de