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Vor den Toren Warens entstehen Müllkippen

Rund um den Waupacksee: Haufen mit Abfällen und Grünschnitt verunstalten die Idylle der doch ursprünglich so unberührten Natur.
Rund um den Waupacksee: Haufen mit Abfällen und Grünschnitt verunstalten die Idylle der doch ursprünglich so unberührten Natur.
Carina Göls

Da sind einige Zeitgenossen auf Zack. Um sich ungeliebter Gartenabfälle zu entledigen, beladen sie gern mal einen Hänger und fahren ins Grüne. Für die Verwaltung ist das Problem ebenso alt wie die Ansätze, den Frevlern eine Abfuhr zu erteilen – erfolglos.

Zurück zur Natur. Das scheint das passende Motto jener Umweltfrevler, die meinen, ihre Gartenabfälle und Grünschnitt einfach dort hinkippen zu müssen, wo entweder schon etwas liegt oder wo es vielleicht niemandem so rasch auffällt. Rund um den Waupacksee nahe des Warener Papenbergs ist so ein Ort. Besser gesagt, sind es viele Orte. Denn was im Garten übrig blieb, das landet offenkundig seit Jahren an diversen Plätzen rund um das Anglerrevier.

Und nun? In der Warener Stadtverwaltung ist das Thema bekannt, und zwar nicht erst seit heute, wie aus dem Rathaus zu erfahren war. Aber wie die Kommune den illegalen Verkippern mit ihren Hinterlassenschaften eine Abfuhr erteilen kann, das weiß sie auch nicht. „Es ist schwierig, illegales Verkippen zu ahnden, da wir diejenigen tatsächlich auf frischer Tat ertappen müssten, was dann zur Anzeige gebracht wird“, machte Stadtsprecherin Stefanie Schabbel das Dilemma deutlich. Wie solle man die Leute mit ihrer grünen Ausbeute in flagranti ertappen, ohne ständig an Ort und Stelle zu sein? Seit Jahren schon sollen Schilder bei den Frevlern vorm Abladen am letzten bisschen Gewissen rühren. Der Misserfolg aber ist sichtbar.

Fehlt jetzt der zweite Wertstoffhof in Waren-Ost?

Und nun? „Wir streben an, verstärkt Kontrollen durchzuführen“, stellte die Rathaussprecherin in Aussicht. Sie rät den Leuten nach wie vor, Grünschnitt zu kompostieren oder bedarfsgerecht beim Wertstoffhof in der Warendorfer Straße entsorgen zu lassen.“ Apropos Wertstoffhof: Da hatte Waren ja kurzzeitig mal zwei, von denen einer dann – ausgerechnet der in Waren-Ost – rasch wieder verschwand. Nach dem Aus für den Wertstoffhof in Waren-Ost bekundeten Bürger zunehmend Probleme, ihren Grünschnitt, Äste und was in diesen Tagen alles anfallen wird, zu entsorgen.

Nachdem Bürgermeister Norbert Möller seinerzeit verkündet hatte, dass noch Gelder im städtischen Etat vorhanden sein sollen, forderten Warener, dass die Verwaltung entweder die notwendigen rund 32 000 Euro für den Annahmehof in Ost in die Hand nehmen und ihn wieder eröffnen sollte oder „dass der Bürgermeister uns eine Genehmigung zum Verbrennen der Gartenabfälle gibt“. Beides geschah nicht.

Der Fall in Waren ist bei Weitem kein Einzelfall im Nordosten. Jährlich müssen zur Beseitigung illegaler Müllkippen zehntausende Euro ausgegeben werden.