FACHARZTMANGEL

Vorerst kein zweiter Augenarzt für Waren

In Waren bleibt die Situation für Augenarztpatienten nach wie vor prekär. Denn eine Hoffnung ist nun im Keim erstickt. Die Stadt verweist auf unrealisierbare Forderungen seitens der Ärztin.
An der Müritz gibt es in Waren und in Röbel je eine Augenarzt-Paxis. Das ist zu wenig, wie zahlreiche Patienten derz
An der Müritz gibt es in Waren und in Röbel je eine Augenarzt-Paxis. Das ist zu wenig, wie zahlreiche Patienten derzeit erfahren müssen. Dpa
Waren ·

Über Wochen war eine Stralsunder Augenärztin eine Hoffnung für all jene, die bei den beiden verbleibenden Fachärzten in Waren und in Röbel nicht mehr als Patienten aufgenommen werden konnten. Doch die Gespräche zwischen potenzieller neuer Ärztin und der Warener Verwaltungsspitze brachten für die Stadt keine Entspannung der prekären Situation. Denn die erfahrene Ärztin wird sich nicht in Waren niederlassen. Das teilte Stadtsprecherin Stefanie Schabbel am Freitag auf Nachfrage mit.

Die Ansiedlung scheiterte letztlich an den von der Medizinerin gewünschten Rahmenbedingungen, hieß es aus dem Warener Rathaus. „Bei allem Verständnis, aber die Bedingungen waren nahezu einfach nicht vertretbar und unverhältnismäßig”, so Schabbel weiter. Über die Art der Bedingungen selbst bewahrt die Stadt Stillschweigen. Bürgermeister Norbert Möller (SPD) betont seit Beginn der Augenarzt-Krise, dass die Lage mit nur einer verbleibenden Augenärztin für Waren auf Dauer unhaltbar sei. Daher sei die Stadt weiterhin bemüht, andere Lösungen zu finden.

Die Kassenärztliche Vereinigung weiß, dass die Facharztsituation um die Müritz unbefriedigend ist. Rein statistisch punktet der Seenplatte-Kreis jedoch bei 23 Augenärzten mit einem Versorgungsgrad von 123,7 Prozent. Heißt: Der Kreis ist in puncto Augenarzt überversorgt.

Die Praxisschließung des Facharztehepaares Haase zum November 2020 brachte seither jedoch unzählige Menschen in die Bredouille. Das Arztehepaar hatte nach eigenen Aussagen rund 40 000 Bestandspatienten. Beinahe täglich erreichten die Redaktion seit der Schließung Hilferufe. Einige schilderten ihr Martyrium, etwa als Diabetes-Patient einen Augenarzt zu finden. Manche kamen erst in Demmin, Schwerin und eine Familie aus der Nähe von Malchow sogar nur in Berlin unter. Einige andere mussten dringende OP-Termine verschieben, weil die Nachsorge beim Augenarzt in der Nähe nicht abgedeckt werden konnte.

Doch nicht nur beim Augenarzt, sondern auch bei beispielsweise Hautärzten wünschen sich die Müritzer eine bessere lokale Versorgung. Eine absolute Notwendigkeit, sich für die Ansiedlung weiterer einzustzen, damit die Patientennachfrage in bestimmten Arztbereichen gedeckt werden kann, sieht die Stadtverwaltung aber nicht. „Aus jetziger Sicht sehen wir keinen unbedingten Handlungsbedarf. Uns ist diesbezüglich auch nichts bekannt”, hieß es aus der Pressestelle.

Andere von Arztmangel geplagte Kommunen reagierten schon vor Jahren mit stadteigenen Förderrichtlinien. Etwa die rund 26 000 Einwohner zählende Stadt Schloß Holte-Stukenbrock (NRW). Haus- und Fachärzte, die sich dort ansiedeln, können ein Fördergeld von 25 000 Euro bekommen. In Waren gibt es eine solche Förderrichtlinie nicht. Finanzielle Anreize für Einzelfälle zu schaffen, hält Bürgermeister Möller von vornherein nicht für zielführend, wie er sagte. Wenn, dann müsste das Prinzip der Gleichbehandlung gelten. Mit einer Förderrichtlinie könnte man diesem Ziel für alle weiteren Arztansiedlungen entgegen kommen. Rüdiger Prehn (Linke), der Präsident der Warener Stadtvertretung, hält die Idee einer Förderrichtlinie indes für diskussionswürdig. Immerhin gebe es jetzt einen spürbaren Notstand, den man angehen müsse, sagte er.

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Kommentare (1)

,,Doch nicht nur beim Augenarzt, sondern auch bei beispielsweise Hautärzten wünschen sich die Müritzer eine bessere lokale Versorgung. Eine absolute Notwendigkeit, sich für die Ansiedlung weiterer einzustzen, damit die Patientennachfrage in bestimmten Arztbereichen gedeckt werden kann, sieht die Stadtverwaltung aber nicht. „Aus jetziger Sicht sehen wir keinen unbedingten Handlungsbedarf. Uns ist diesbezüglich auch nichts bekannt”, hieß es aus der Pressestelle."

Der Stadtverwaltung ist nichts bekannt und sieht kein Handlungsbedarf , da kann man mal sehen wie nah diese Verwaltung am Bürger ist, Note6 setzen. Ich will hier nichts ausführlich aufführen, aber eigentlich weiß doch fast jeder in Waren das es ein Ärztemangel gibt, vor allem bei den im Artikel erwähnten, oder geben wird z.B. Hausärzte, HNO usw. da gehen viele bald in Rente.