Dringende Bedürfnisse

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Vorschlag für öffentliche Toilette liegt auf dem Tisch

Ein stilles Örtchen an der Bundesstraße? Auf dieser Fläche könnte eine öffentliche Toilette gebaut werden.
Ein stilles Örtchen an der Bundesstraße? Auf dieser Fläche könnte eine öffentliche Toilette gebaut werden.
Ingmar Nehls

Brauchen Gäste und Einheimische von Waren eine weitere öffentliche Toilette in Marktnähe? Das Rathaus verneint das eigentlich – auf Wunsch der Politik legt es aber doch einen Vorschlag vor.

Die unnötige Sucherei, wenn die Not groß ist, soll ein Ende haben. Die Warener Stadtverwaltung hat jetzt im Stadtentwicklungsausschuss bekannt gegeben, dass sie die Ausschilderung der öffentlichen Toiletten in der Innenstadt deutlich verbessern will. Noch im November soll ein Pfeilsystem angebracht werden, das Gäste und Einheimische schneller dahin führt, wo sie Erleichterung finden. „Eine bessere Beschilderung finden wir unterstützenswert“, sagt Toralf Schnur von der Fraktion FDP/MUG. Das Bündnis hatte das Thema auf den Tisch gepackt.

Zu den Hausaufgaben, die das Rathaus von den Politikern bekommen hatte, gehörte auch, den Bedarf für eine weitere öffentliche Toilette im Umfeld des Neuen Marktes zu prüfen, sowie einen Standort vorzuschlagen und eine Kostenschätzung vorzulegen. „Wir haben uns dazu mit den Stadtführern ausgetauscht. Ein Mehrbedarf wird nicht gesehen. Die Gäste würden sich aber längere Öffnungszeiten der bestehenden Toiletten wünschen“, sagte Gabriele Daedelow vom Warener Bauamt.

Mehr als 80.000 Euro

Nichtsdestotrotz hat das Rathaus auf Wunsch der Politiker auch einen Vorschlag ausgearbeitet, wo denn der Ort für ein Örtchen sein könnte und was das kosten würde. Die Verwaltung schlägt eine Grünfläche neben dem Parkplatz an der Großen Mauerstraße vor der Post vor. Die Errichtungskosten für eine einfache Toilettenanlage ohne Personal schätzt das Bauamt auf 86.500 Euro. Die jährlichen Folgekosten für Wasser, Strom und Reinigung werden auf 23.100 Euro beziffert.

Toralf Schnur erklärt nun, dass die Fraktion sich zu dem Thema noch beraten wird. Der Standort in der Nähe der Bundesstraße sei aber überhaupt nicht ideal. Stattdessen bringt Schnur eine Grünfläche beim Bachplatz am Ausgang des Altstadt-Centers ins Spiel. Die Toilette wäre dann gleich für die Besucher des Centers nutzbar und würde am Laufweg zwischen Center und Langer Straße liegen. Auch Stadtvertreter Matthias Kumpf (CDU) zeigte sich wenig glücklich über den Standort. „Ich glaube kaum, dass der Weg vom Markt dorthin so viel kürzer ist als bis zum Toilettenhaus am Hafen. Es ist auch fraglich, ob die Touristen die Toilette dort überhaupt finden würden“, gab Kumpf zu bedenken.