Warens Stadtführer und Einwohnerin Andrea Lange (grüne Schürze) schlüpften in historische Kostüme.
Warens Stadtführer und Einwohnerin Andrea Lange (grüne Schürze) schlüpften in historische Kostüme. Nadine Schuldt
Gärtnerin Lange alias Andrea Lange schilderte Reportern, den Petra Hackert mimte, welche Arbeiten sie und ihr Ehemann f&u
Gärtnerin Lange alias Andrea Lange schilderte Reportern, den Petra Hackert mimte, welche Arbeiten sie und ihr Ehemann für Fontanes Tochter, Martha, verrichtete. Nadine Schuldt
Weit über 100 Warener und Besucher wollten sich die besondere Stadtführung anlääslich Fontan's 20.. G
Weit über 100 Warener und Besucher wollten sich die besondere Stadtführung anlääslich Fontan's 20.. Geburtstag nicht entgehen lassen. Nadine Schuldt
August 1896: Theodor Fontane alias Andreas Handy weilte in jenem Jahr mit seiner Ehefrau Emilie, die Gertrud Piontek mimte, zu
August 1896: Theodor Fontane alias Andreas Handy weilte in jenem Jahr mit seiner Ehefrau Emilie, die Gertrud Piontek mimte, zur Sommerfrische in der Villa Zwick. Nadine Schuldt
Die Wanderung widmete sich dem Leben von Fontanes Tochter, Martha, und ihrem Ehemann Professor Thomas Fritsch. Sie hatte ein S
Die Wanderung widmete sich dem Leben von Fontanes Tochter, Martha, und ihrem Ehemann Professor Thomas Fritsch. Sie hatte ein Sommerhäuschen in Waren. Nadine Schuldt
200. Geburtstag

Wanderung auf Fontanes Spuren

Die Müritz war als Erholungsgebiet schon vor über 100 Jahren beliebt. Auch bei Schriftstellern wie Theodor Fontane. Dessen Aufenthalt erzählten Warener Stadtführer nun auf besondere Weise nach.
Waren

Wellenrauschen und Möwengeschrei auf der einen, der herrliche Waldduft auf der anderen Seite: Als Theodor Fontane 1896 sechs Wochen lang zur sogenannten „Sommerfrische“ in Waren weilte, genoss er die Natur in vollen Zügen. Schließlich wohnte der Schriftsteller in dieser Zeit mit seiner Gattin Emilie in der Villa Zwick, von der aus er einen Blick auf die Müritz und den heutigen Nationalpark hatte. Während sich seine Frau mit der Tochter Martha in dem Urlaub unter anderem am Strand vergnügte, schrieb er in der Villa an seinem Roman „Der Stechlin“.

An dem Haus mit der heutigen Adresse Fontanestraße 8a startete am Donnerstag auch die Sonderstadtführung anlässlich Fontanes 200. Geburtstag. „Wir haben jedes Jahr eine Führung zu einem speziellen Thema“, erläuterte Stadtführerin Petra Hackert. Bei der „Wanderung“ schlüpften die Warener Stadtführer und Einwohnerin Andrea Lange in historische Gewänder und spielten Fontanes Sommeraufenthalt anhand von Original-Aufzeichnungen nach. So erzählte Emilie Fontane, die von Gertrud Piontek verkörpert wurde, dass die schöne Zeit mit ihrem Mann erst nach 25 Jahren begann. „Vorher war er ja so viel auf Reisen.“ Besonders die ersten 13 Jahre seien schwierig gewesen, da sie da sieben Kinder gebar, von denen drei im Säuglingsalter starben. Bei diesem Geständnis ging ein Raunen durch die Zuschauermenge. Knapp 200 Interessierte wollten sich die Sonderführung, die von der Fontanestraße über die Kuhtränke bis hin zur Langen Straße führte, nicht entgehen lassen.

So erfuhren sie ebenfalls, dass Tochter Martha nur zwei Nummern weiter mit ihrem Mann Professor Thomas Fritsch ein Sommerhaus bezog – allerdings erst 1900, zwei Jahre nach dem Tod Fontanes. „Unsere Verlobung 1898 hatte mein Vater noch mitbekommen“, hob Martha, die Linde Hanf mit Begeisterung mimte, hervor. Martha Fontane starb 1917 in Waren und ist auch hier beerdigt.

Grab war verwahrlost

Das Haus des Gastes und Klaus Lambrecht hatten 2018 eine Anfrage bei der Stadt gestellt, wie es mit dem Grab weitergehen sollte. „Das war verwahrlost“, sagte Petra Hackert. Nachdem es ein Treffen mit städtischen Mitarbeitern gegeben hatte, kam Bewegung in die Sache. Schließlich wurde die letzte Ruhestätte von Fontanes Tochter wieder hergerichtet.

Generell kam die Veranstaltung bei den Teilnehmern gut an. „Es hat mich schon lange interessiert, wie Fontane hier gelebt hat“, sagte Kathi Schönfeld im Anschluss. Zu erfahren, wo er gelebt hatte, sei ebenfalls interessant gewesen. „Die Vorstellung der Tochter und der Familie war sehr gelungen“, schwärmte Schönfeld. Geschwärmt hatte auch Fontane am Ende seiner „Sommerfrische“ von dem Ort. „Waren, diese kleine Stadt, verdient es, angepriesen zu werden“, schrieb er.

 

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