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"Waren bleibt bunt" - Protest gegen NPD

Demokratische Mahnwache: Bürger und Politik haben ihre Meinung zur NPD-Demo.
Demokratische Mahnwache: Bürger und Politik haben ihre Meinung zur NPD-Demo.
Andreas Becker

Es war ein Bild mit Symbolcharakter. Just in dem Moment, als die Handvoll NPD-Demonstranten ihre Plakate mit rechten Parolen zusammenrollten und im Anhänger ihres Kleintransporters verstauten, schob die Sonne die dicken Regenwolken zur Seite und wärmte die Passanten und Urlauber auf dem Neuen Markt in Waren.

"Waren bleibt bunt" stand auf einem Banner, das Bürger der Stadt als Reaktion auf die NPD-Kundgebung in die Höhe hielten. In der Tat: Vertreter von SPD, Grünen und Linken sowie Stadtpräsident Renè Drühl hatten sich in Warens guter Stube eingefunden, um mit einer Mahnwache stillen Protest zu üben. Protest gegen eine "demokratisch gewählte Partei, die aber nicht demokratisch ist", wie es die grüne Landtagsabgeordnete Jutta Gerkan formulierte.

Dass NPD und Demokratie zwei verschiedene paar Schuhe sind, wurde während der Demo deutlich - endlos Schleifen vom Band mit ausländerfeindlichen Parolen und rechtsradikalen Aussagen zu Flüchtlingen und Hartz-IV-Empfängern kennzeichneten die NPD-Demonstration. Nach anderthalb Stunden war der braune Spuk vorbei - die Teilnehmerzahl der friedlichen Mahnwache von SPD, Grünen und Linken hatte die der Neonazis bei weitem übertroffen.