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Waren kapituliert: Jetzt sollen Container für Flüchtlinge her

Der letzte Ausweg: Waren muss Containerdörfer für Flüchtlinge aufstellen.
Der letzte Ausweg: Waren muss Containerdörfer für Flüchtlinge aufstellen.
Britta Pedersen

Die Pressemitteilung kam am Mittwochabend um 18:19 Uhr – und sie hatte es in sich. Die Stadt Waren ist mit der Flüchtlingswelle überfordert – sie kann nach Aussage von Bürgermeister Norbert Möller ihren Beitrag zur Unterbringung von Flüchtlingen nicht leisten.

Auslöser für die folgenschwere Mitteilung des Rathauschefs waren die aktuellen Zahlen vom Landkreis: Demnach muss die Stadt Waren bis zum Jahresende 270 Flüchtlinge aufnehmen. In der vergangenen Woche lag die Zahl noch bei 177, im April bei 60 Flüchtlingen. Gegenwärtig beherbergt Waren 59 Flüchtlinge – in fünf Wohnungen sind 30 Asylbewerber untergebracht, die übrigen 29 übernachten im teenhotel. „Der geringe Wohnungsleerstand gibt es einfach nicht her, dass die Stadt Waren ihren angemessen Beitrag zur Unterbringung von Flüchtlingen in dezentraler Form leisten kann.“

Was das bedeutet, machte Möller gleich anschließend klar: „Die einzigen Lösungsansätze sind aus unserer Sicht Gemeinschaftsunterkünfte in vorhandenen leer stehenden Immobilien oder die Bereitstellung von Flächen für die Errichtung von Unterkünften in Fertigteilmodulbauweise.“ Mit anderen Worten: In Waren werden in absehbarer Zeit Containerdörfer entstehen. Über mögliche Standorte wollte sich der Bürgermeister am Mittwochabend noch nicht äußern – entsprechende Gespräche würden kurzfristig folgen. Dass Container in Waren stationiert werden, hatte in der vergangenen Woche bereits Vize-Landrat Siegfried Konieczny angedeutet. Die Spitzen der Warener Politik hatten in einer Nordkurier-Umfrage bereits ihre grundsätzliche Zustimmung zum Aufstellen von Containern signalisiert.

Die Müritzstadt hatte in der Vergangenheit immer wieder geklagt, überfordert mit der Unterbringung von Flüchtlingen zu sein.

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