Nach Hafen-Ausbau

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Waren will ein Stück Müritz kaufen

Die Wasserfläche ist noch im Besitz der Bundesrepublik. Die Stadt hat sie von ihr gepachtet und an die Betreiberfirma des Hafens weiter unterverpachtet. 
Die Wasserfläche ist noch im Besitz der Bundesrepublik. Die Stadt hat sie von ihr gepachtet und an die Betreiberfirma des Hafens weiter unterverpachtet.
Ingmar Nehls

Das Heilbad hat viel Geld in den Ausbau des Hafens gesteckt. Das Wasser am Herzstück der Stadt gehört Waren aber nicht. Das soll sich ändern.

Kaum vorstellbar, aber rein theoretisch möglich: Ein privater Investor kauft die Wasserfläche des Hafens. Denn die gehört nämlich gar nicht der Stadt Waren. Noch nicht. Das soll sich jetzt ändern, damit kein anderer sich das Stück Müritz kauft und damit die Stadt keine Pacht mehr zahlen muss.

Gekauft werden soll das 41.669 Quadratmeter große Hafenbecken und eine 595 Quadratmeter große Landfläche. Beides gehört jetzt der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mit Sitz in Schwerin.

Erster Kaufantrag abgelehnt

Die Idee, den Hafen zu kaufen, ist nicht ganz neu. Einen ersten Anlauf gab es schon im Jahr 2005. Doch der Kaufantrag wurde damals vom Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg mit der Begründung abgelehnt, dass keine festen Molen zur Abgrenzung der Bundeswasserstraße und zur Aufnahme von Grenzpunkten bestehen.

Durch die Ausbauarbeiten im südlichen Hafenareal 2016 wurde dann allerdings die Grundlage für einen Kauf geschaffen. Schon im vergangenen Oktober hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ein Wertgutachten erstellt. Demnach soll die Stadt Waren 635.000 Euro zuzüglich Grunderwerbssteuer und Notarkosten für die Flächen bezahlen.

Der Preis gilt nur bis Oktober

Die Verwaltung habe bei einem Beratungsgespräch im März noch versucht, den Preis herunterzuhandeln, jedoch ohne Erfolg, wie ein Rathausmitarbeiter vom Warener Amt für Bauverwaltung/Liegenschaftsmanagement die Mitglieder Finanz-und Grundstücksausschuss am Mittwochabend informierte.

Die Mitglieder sollten nämlich darüber abstimmen, ob sie den Stadtvertretern den Kauf empfehlen. Diese wiederum tagen dazu am 19. September und dürfen dann auch keine Zeit vergeuden. Denn der aufgerufene Preis hat nur bis Mitte Oktober Bestand. Danach könnte es noch teurer werden. Ohnehin hat sich der Preis für die Wasserfläche erhöht, weil auf der Landseite investiert wurde und zur Berechnung des Wasserpreises der Bodenrichtwert herangezogen wurde.

Vorrang gegenüber anderen Interessenten

Aktuell zahlt die Stadt für die Flächen eine jährliche Pacht von 26.119 Euro an den Bund. Der Hafen ist aber an die Firma Im-Jaich oHG unterverpachtet. Diese zahlt wiederum ein jährliches Nutzungsentgelt von 39.447 Euro an die Stadt. Davon beträgt allein der Anteil der Pachteinnahme der Stadt für die 21.300 Quadratmeter große Wasserfläche übrigens 27.264 Euro pro Jahr.

Nach dem Ausbau der Steinmole zum Hafen für die Fahrgastschifffahrt erweitert sich die potenziell verfügbare Wasserpachtfläche im Stadthafen für Sportboote auf etwa 28.700 Quadratmeter, sodass die potenzielle Pachteinnahme dann bei 36.700 Euro liegen könnte.

Das Rathaus rechnet damit, dass das Geld für den Hafen durch die Pachteinnahmen nach 17 Jahren wieder reingeholt werden könnte. Vielleicht auch schon früher, falls der Pachtpreis ab Februar 2020 angehoben werden sollte. Der Ausschuss stimmte dem Antrag einstimmig zu. Neben der Stadt Waren gebe es aktuell keinen weiteren Kaufinteressenten, die habe zudem Vorrang gegenüber anderen.