HAFENUMBAU

Warener entscheiden zu Millionen-Projekt Steinmole

Das Geld in Warens Stadtkasse wird knapp. Die Schulen verschlingen absehbar hohe Summen. Reicht es dann noch für einen neuen Fahrgasthafen?
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
Die Möwe schaut am Warener Schiffsanleger kritisch in Richtung Ostmole. Ob sie weiß, dass die dringend saniert werden muss?
Die Möwe schaut am Warener Schiffsanleger kritisch in Richtung Ostmole. Ob sie weiß, dass die dringend saniert werden muss? Ingmar Nehls
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Waren.

Wenn am Dienstagabend Warens Stadtvertreter um 17 Uhr im Multimediaraum der Regionalen Schule „Friedrich Dethloff“ zur 42. Sitzung zusammenkommen, dann geht es auch um den Neubau des Fahrgastschiffhafens an der Mole und die gestiegenen Kosten des Projekts.

Angesichts der zahlreichen Streitthemen der vergangenen Wochen wie der Schulsanierung, der Ortsumgehung und der Kurabgabe ging die Aufregung über die Mole fast ein wenig unter. Dabei schlugen die Wellen hoch, als Mitte November bekannt wurde, dass der Hafenneubau mindestens 1,5 Millionen Euro teurer wird, als zunächst geplant. Schon wieder. Eine Kosten-Explosion wie beim Ausbau des Warener Stadthafens wollten die Stadtvertreter um jeden Preis verhindern, als sie im November 2017 per Beschluss den Weg für einen neuen Fahrgasthafen an der Steinmole mit einer Kostenschätzung von 6,9 Millionen Euro frei machten – wobei in der Summe schon ein Rettungsring von 15 Prozent Kostensteigerung eingeplant war.

Zähneknirschend schluckten die Stadtpolitiker die Argumente der Verwaltung, warum das Projekt nun doch mehr kosten wird. Gleichzeitig stieg aber auch die Sorge um die Stadtkasse, weil beim Thema Schulsanierung gigantische Summen im Raum standen.

Förderung durch das Land noch fraglich

Das Gesamtpaket des Fahrgasthafens mit Ostmole und Vertiefung wird voraussichtlich 8,19 Millionen Euro kosten. Die Stadt strebt eine 90-prozentige Förderung durch das Land an, wie es im Antrag heißt. Diese Formulierung wiederum sorgte für Unruhe. Denn wie sicher ist die Höhe der Förderung, die am Ende fließen wird? „Wir haben Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium geführt. Eine verbindliche Zusage konnten sie uns zu diesem Zeitpunkt der Vorplanung noch nicht geben. Beim Hafen haben wir es aber auch so formuliert und es klappte mit der Förderung in der Höhe“, sagte Bürgermeister Norbert Möller (SPD).

FDP-Stadtvertreter Toralf Schnur erinnerte daran, dass die Verlegung der Fahrgastschiffe aus dem Stadthafen mit der Verkehrssicherheit zusammenhängt. Stadtvertreter Matthias Kumpf (CDU) fordert, dass der neue Fahrgasthafen so geplant wird, dass er attraktive Angebote für Touristen und Einheimische bietet. „Ich möchte eine neue Wirtschaftlichkeitsberechnung für das Projekt. Ich gehe davon aus, dass es nicht bei der Summe bleiben wird. Statt einer Salami-Taktik sollten wir gleich einen größeren Finanzpuffer einbauen“, sagte Kumpf.

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