120 ARBEITSPLÄTZE

Warener Fischverarbeiter Friedrichs macht dicht

Um Kosten zu sparen, soll die Fischproduktion komplett nach Polen verlagert werden. Damit sind 120 Arbeitsplätze am Warener Standort gefährdet.
Rund 3,1 Millionen Euro hatte die Hamburger Traditionsfirma Gottfried Friedrichs KG in die Betriebserweiterung in Waren invest
Rund 3,1 Millionen Euro hatte die Hamburger Traditionsfirma Gottfried Friedrichs KG in die Betriebserweiterung in Waren investiert. Foto: Jens Büttner Dpa
Waren.

Das Hamburger Unternehmen Gottfried Friedrichs will vorraussichtlich seinen Produktionsstandort in Waren schließen. Das hat der Anbieter von Premium-Feinfisch am Donnerstag in einer Presseinformation mitgeteilt. Von der Schließung wären 120 Mitarbeiter betroffen, die am Warener Standort in der Veredelung von Lachs- und Kaviar-Produkten arbeiten.

„Wir nehmen umgehend Gespräche mit dem Betriebsrat auf, um einen möglichen Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten“, erklärte Michael Armbrecht, kaufmännischer Geschäftsführer von Friedrichs. Darüber hinaus werde erwogen, Mitarbeitern auch Angebote für eine Tätigkeit im polnischen Werk zu machen. „Wir wollen außerdem Kontakt zu anderen Arbeitgebern in Mecklenburg-Vorpommern aufnehmen, um unseren Kollegen Alternativangebote zumachen“, sagte Armbrecht

Geringere Personal- und Energiekosten in Polen

Die Gottfried Friedrichs KG ist Spezialist für fein veredelte Fisch-Delikatessen. Das Sortiment umfasst Räucherfisch sowie Kaviar, Matjesprodukte und weitere Spezialitäten. Knapp 370 Mitarbeiter sind derzeit an den drei Standorten des mittelständischen Unternehmens tätig. Die Produktion soll nun am polnischen Standort in Doble gebündelt werden, wo das Unternehmen bereits seit 2004 produziert.

„Der einzig wirksame Hebel, an dem wir aktiv ansetzen können, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Marke langfristig zu erhalten, ist die Optimierung der internen Kosten-, Betriebs- und Produktionsstrukturen“, erklärte Horst-Otto Gerberding, Gesellschafter bei Friedrichs. „Die hohen strukturellen Fixkosten, die uns durch mehrere Standorte entstehen, sind für uns langfristig nicht tragbar. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und die hohe Nachfrage nach Lachsprodukten langfristig bedienen zu können, werden wir uns für den wirtschaftlich tragfähigsten Produktionsstandort entscheiden müssen“, hieß es in der Mitteilung.

Aktuell arbeiten 170 Mitarbeiter in der Veredelung von Forellen, Matjes und Lachs in Doble. Für Waren stehen die Chancen auf einen Erhalt allerdings schlecht. Denn laut Horst-Otto Gerberding sprächen alle Argumente für Polen, aufgrund der geringeren Personal- und Energiekosten. Andere Lachsanbieter, die in Osteuropa produzieren, würden bereits von diesem Kostenvorteil profitieren. Zur weiteren Steigerung der Effizienz strebe das Unternehmen eine deutliche Straffung der Produktpalette an.

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Kommentare (3)

Irgendeiner muß die Sause ja nun mal bezahlen! Der Staat gibt aus, der Staat zieht ein. Kein Wunder, daß die Firmen hier abhauen. Sicherlich, kein Trost für die derzeit Beschäftigten. Es muß noch schlimmer werden, bevor es wieder besser werden kann!

zahlt Deutschland alleine an Polen! 4000 Millionen Euro! Dieser Finanzausgleich soll die Lebensverhältnisse innerhalb der EU langsam angleichen. Doch wir schaufeln uns unser eigenes Grab!

Und wer nimmt Rücksicht auf die Arbeiter ? Kein Mensch. Wo sind den die Rot-Rot- Grünen Parteien mit den Gewerkschaften ?????. Fakt ist, der Standort muss erhalten bleiben. Man kann die Mitarbeiter nicht ins offenen Messer laufen lassen.