CORONA-KRISE IN PFLEGEHEIMEN

Warener Hospiz lässt Angehörige noch hinein

Besuche in Pflegeeinrichtungen sind wegen der Corona-Pandemie untersagt. Wie gehen Familien und Mitarbeiter damit um?
Das stationäre Hospiz im Warener DRK-Pflegezentrum ist mit zehn Gästen voll belegt.
Das stationäre Hospiz im Warener DRK-Pflegezentrum ist mit zehn Gästen voll belegt. MIRU
Claudia Bajorat ist Hospizleiterin in Waren. Der Zugang dort ist stark beschränkt, aber möglich.
Claudia Bajorat ist Hospizleiterin in Waren. Der Zugang dort ist stark beschränkt, aber möglich. Mirko Runge
Waren.

Das ist bei Weitem nicht der Grundgedanke, den eine Pflegeeinrichtung verfolgt. Geschlossene Eingangstüren, Besuchsverbot und Spaziergänge möglichst auf das eigene Territorium beschränkt. Mit dem Erlass der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern vom 16. März 2020 wurde der Besucherverkehr in stationären Pflegeeinrichtungen streng reduziert. „Wir können leider den Angehörigen den Zutritt und damit den direkten Besuch unserer Bewohner nicht gewähren“, erklärt Torsten Lohmann. „Auch wenn es für viele schwer ist, haben sie dennoch Verständnis für diesen drastischen Einschnitt“, so der Leiter der DRK-Pflegeeinrichtung „Müritzblick“ in Waren.

Insgesamt 60 Bewohner leben in der Pflegeeinrichtung am Kietz, 58 Mitarbeiter kümmern sich um die Pflege und Betreuung. Auch sie müssen sich der neuen Situation anpassen und sich mit den aktuellen und notwendigen Regeln arrangieren. „Es geht hier einzig und allein um den Schutz unserer Senioren und Mitarbeiter“, betont Torsten Lohmann. So kommen lediglich externe Anbieter, die einen medizinischen Auftrag und unaufschiebbare Dienstleitungen ausführen, in das Gebäude. „Es geht aber allen Bewohnern und Mitarbeitern gesundheitlich gut und wir haben uns auf die neue Lage eingestellt“, so Torsten Lohmann.

Viel Obst und frische Luft auf den Terrassen

Nicht viel anders sieht es im neu errichteten Pflegezentrum „Müritzpark“ in der Thomas-Mann-Straße von Waren aus. „Mit 65 Mitarbeitern versorgen wir 80 Bewohner und haben uns bereits gut arrangiert“, erklärt Yvonne Janzen, die die DRK-Pflegeeinrichtung leitet. Unterstützung bei der Pflege kommt derzeit von den eigenen Auszubildenden, denn der theoretische Unterricht wurde vorerst ausgesetzt. „Wie bei allen Pflegeeinrichtungen herrscht auch bei uns ein striktes Besuchsverbot, das wir natürlich umsetzen müssen“, so Yvonne Janzen. Mit viel Obst und der Nutzung von Terrassen und der großen Freifläche, die das Pflegeheim umsäumt, sollen die Abwehrkräfte der Bewohner gestärkt werden.

Aber nicht nur der Pflegebereich ist im „Müritzpark“ untergebracht. Auch das stationäre Hospiz ist im DRK-Pflegezentrum integriert. „Mit zehn Gästen ist unser Hospiz voll belegt“, erzählt Claudia Bajorat. „Unsere 18 Mitarbeiter sind allesamt gesund und versuchen weiterhin, den Aufenthalt der Hospizgäste so angenehm wie möglich zu gestalten“, so die Hospizleiterin. „Natürlich geht die Corona-Krise auch an uns nicht spurlos vorbei“, verdeutlich Claudia Bajorat. Aber Angehörigen wird hier der Besuch nicht verwehrt. „Wir müssen zwar den Zutritt auch im Hospiz beschränken, aber engsten Familienmitgliedern lassen wir nach wie vor die Zeit, die sie mit ihren Liebsten verbringen wollen“, unterstreicht Claudia Bajorat die Ausnahmeregelung. Wer nicht persönlich kommen könne, nutze die Videotelefonie oder das normale Telefon, um mit den Hospizgästen in Kontakt zu bleiben.

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