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Warener Kanalsystem bekommt einen Stent

Ab Montag muss das Warener Abwasserkanalsystem saniert werden.
Ab Montag muss das Warener Abwasserkanalsystem saniert werden.
Nadine Schuldt

Auch Wasser- und Abwasserleitungen kommen mal in die Jahre. Weil einige Rohre in der Warener Kietz-/Strandstraße schon sehr betagt sind, werden ab Montag „lebensverlängernde“ Reparaturen vorgenommen. Eine Straßenumverlegung wurde bereits eingerichtet.

 Die ganze Baumaßnahme hat das gleiche Ziel wie die Operation an einer lebensnotwendigen Ader – wenn das wichtige Gefäß –aus welchen Gründen auch immer – verstopft ist, wird oft ein Stent gesetzt und das Blut fließt wieder. So ähnlich ist es auch bei den Abwasserleitungen unter der Warener Kietz- und Strandstraße. Nur, das die Rohre aus den 70er-Jahren nicht verstopft, sondern mittlerweile sehr stark korrodiert, also verrostet, sind. Das habe vor einigen Wochen eine Untersuchung mit einer Kanalkamera ergeben, teilt Michael Hübner, Abteilungsleiter für Wasser Land, Abwasser bei den Stadtwerken Waren, mit.

Pro Stunde rauschen 350 Kubikmeter Abwasser durch die Rohre. „Das entspricht 20 Lkw mit einer Füllung von 17,5 Tonnen“, zieht Michael Hübner einen Vergleich. Der gesamte Papenberg, die Altstadt sowie die Ostsiedlung entsorgen über diese Leitungen ihre Abwässer – 11 400 Haushalte sind auf die Rohre angewiesen. Damit die weiterhin funktionieren, werden ab Montag so genannte „Inliner“ in die Rohre eingeführt. „Das sind Kunststoff-Schläuche, die in die Leitungen eingezogen und ausgehärtet werden“, erläutert Michael Hübner.

Jetzt gibt es eine innere Schutzhülle

Die Kunststoff-Schläuche drücken gegen die Innenwand der maroden Leitungen, sind nun die neue Bewandung. So sei das Rohr gegen weiteren Rost geschützt - und zwar auf Jahre. Die innere Schutzhülle soll zwischen 30 und 50 Jahre halten.

Kostenpunkt der wichtigen Maßnahme: 70 000 Euro. Damit die neue Innenbeschichtung überhaupt eingezogen werden kann, darf natürlich kein Abwasser durch die entsprechenden Leitungen fließen. Deswegen werden ab Montag dicke, provisorische Überlandleitungen über und entlang der Kietz- sowie der Strandstraße führen. Dadurch kann das Abwasser aus einem Schacht in der Kietzstraße sowie einem Schacht am Fähranleger in einen anderen Schacht beim Speicher umgepumpt werden. Autofahrer müssen wegen der dicken Schläuche schon jetzt eine leicht geänderte Straßenführung in Kauf nehmen. „Die Linksabbiegespur in die Strandstraße wird umverlegt“, sagt Ordnungsamtsleiter Dietmar Henkel. Die Stadtwerke führen die Maßnahme im Auftrag Müritzwasser/Abwasser-Zweckverbandes durch. Sie soll Freitag zu Ende sein.