VERBOT VOM VERMIETER

Warener Vogelfreunde ausgebremst

Weil die Vögel keine Nahrung mehr fanden, fütterte ein Warener Paar zu - so, wie es auch Vogel-Experten empfehlen. Der Vermieter hat aber etwas dagegen und führt die Hausordnung ins Feld.
Malte Schindel Malte Schindel
Hanna und Heinz Kröhnke haben Vögel vor ihrer Wohnung gefüttert, weil die Tiere keine Nahrung mehr finden. Der Vermieter forderte sie auf, das zu unterlassen. Ausnahmen werden nicht gemacht, hieß es.
Hanna und Heinz Kröhnke haben Vögel vor ihrer Wohnung gefüttert, weil die Tiere keine Nahrung mehr finden. Der Vermieter forderte sie auf, das zu unterlassen. Ausnahmen werden nicht gemacht, hieß es. Malte Schindel
Waren.

Hanna und Heinz Kröhnke aus Waren haben vor ihrer Mietwohnung ein Vogelhäuschen aufgestellt und die Tiere mit Futter versorgt. Das sei in Ordnung, dachte das Paar. Schließlich schaden sie damit niemandem. Im Gegenteil: Sie helfen den Vögeln, denn die haben derzeit Probleme Nahrung zu finden, sagen die Warener.

„Im Fernsehen hat ein Ornithologe empfohlen Vögel zu füttern. Daraufhin haben wir reagiert”, so die 78-Jährige. „Hier gibt es eine Amsel, die nichts zu fressen findet. Das, was sie findet, gibt sie ihren Jungtieren”, haben die Warener beobachtet.

Hausordnung erlaubt Füttern nicht

So lobenswert das Engagement des Paares auch ist, der Vermieter verdeutlicht gegenüber dem Nordkurier, dass das Handeln der Kröhnkes nicht erlaubt ist. „In der Hausordnung steht, dass das Füttern von Vögeln untersagt ist”, sagt Kristin Görlach, Abteilungsleiterin der Wohnungsverwaltung der Warener Wohnungsbaugesellschaft (Wogewa). Deshalb seien sie aufgefordert worden, das Füttern einzustellen.

Eine solch genauere Erklärung hatte sich das Paar gewünscht. Denn ihnen war per Schreiben lediglich mitgeteilt worden: „Wir fordern Sie auf, das Füttern der Vögel in dem Vogelhaus vor Ihrem Balkon zu unterlassen. In den Sommermonaten finden die Vögel in der Natur rund um ihr Wohnhaus genug Futter. Unser Hauswart hatte Sie hier auch schon aufgesucht.”

Vogel-Experten für das Zufüttern

Aber stimmt das überhaupt – finden die Vögel genug Futter? Rainer Schwarz ist Ornithologe aus der Müritzregion. Er sagt: „Es gibt kaum noch Insekten und damit kaum noch Nahrung für die Vögel. Das Problem spielt auch bei uns eine Rolle, aber noch kommen die Tiere klar.” Schwarz verweist auf den Vogel-Experten Peter Berthold.

Und der erklärt: „Immer wieder hört man, dass sich das Zufüttern von Vögeln erübrige. Das ist leider eine irrige Behauptung von unbedarften Schreibtisch-Ökologen oder von Ideologen, die aus welchem Gründen auch immer eine Fütterung wildlebender Vögel voreingenommen ablehnen oder verhindern möchten.” So biete etwa ein optimal naturnah geführter Garten von etwa 500 Quadratmetern nur für ein paar wenige Singvögel rund ums Jahr Nahrung.

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