Intensivpflege

Warener Pflegekräfte betreuen jetzt statt einer zwei Intensivstationen

Das Warener Mediclin befindet sich wegen der Corona-Situation weiterhin im Notbetrieb. Die Belastung für Mediziner und Krankenpfleger ist enorm. Ein Ende ist nicht in Sicht.
Vor einer Woche kümmerten sich die Mediziner und Pfleger noch um elf Corona-Patienten; gestern waren es vier weniger. Die
Vor einer Woche kümmerten sich die Mediziner und Pfleger noch um elf Corona-Patienten; Am Freitag waren es vier weniger. Die kritische Lage aber hält an. Sebastian Gollnow
Waren

Täglich steigende Corona-Neuinfektionen führten dazu, dass das Mediclin-Klinikum in Waren bereits vor mehr als einer Woche in den Notbetrieb schaltete. Statt einer Intensivstation (ITS) betreuen Pflegekräfte inzwischen zwei – eine mit Covid-Patienten und eine mit weiteren Patienten, die intensivmedizinisch betreut werden müssen. An der kritischen Situation hat sich nichts verbessert. Das Warener Klinikum befindet sich weiterhin im Notbetrieb, hieß es gestern aus der Unternehmenszentrale in Offenburg. Derzeit werden in der Klinik laut Sprecherin Silvia Schilling insgesamt sieben Corona-Patienten versorgt, vor einer Woche waren es elf.

Medizinische Betreuung ist anspruchsvoll

Auch wenn die Zahlen nicht allzu hoch erscheinen, ist die medizinische und pflegerische Betreuung anspruchsvoll und herausfordernd. „Die Versorgung jedes einzelnen Corona-Patienten – nicht nur auf der ITS, sondern auch auf der Covid-Station – ist mit einem sehr hohen Aufwand verbunden“, sagte die Unternehmenssprecherin und mahnte, die Zahlen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Immerhin sind bei der Behandlung sehr strenge Hygieneregeln einzuhalten, um Mitarbeiter und nicht infizierte Patienten zu schützen. Dazu gehört etwa Schutzkleidung. Das korrekte An- und Ausziehen benötigt laut Klinikum viel Zeit und große Sorgfalt.

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„Die Betreuung von Corona-Patienten ist für Ärzte und Pflegekräfte körperlich und mental sehr anstrengend“, sagt Schilling auf Nachfrage. Wer mit einer Covid19-Infektion eingeliefert wird, bleibe etwa eine Woche lang dort, auf der ITS zum Teil auch länger. Heißt, es gibt keine schnelle Entlastung von einer Belastungsspitze, die im Zusammenhang mit Pandemie-Patienten hervorgerufen wird. Noch vor einer Woche lagen allein auf der Intensivstation des Mediclin vier Covid19-Patienten. Zwei zu viel, sodass der Notbetrieb eingeläutet wurde. Freilich gibt es im Klinikum noch freie Betten. Die aber sind nur theoretisch für weitere (Corona-)Patienten frei. Denn: „Auch wenn wir keinen an Corona erkrankten Patienten auf der Intensivstation haben, können wir nur 60 bis 70 Prozent der Intensivbetten betreiben. Das hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab“, erklärt Schilling. Für die ITS in Waren hieße das konkret: Von den elf zur Verfügung stehenden Betten können nur etwa sieben belegt werden.

Zusätzliche ITS-Station für Nicht-Corona-Patienten eingerichtet

Je schwerer die Krankheitsverläufe, umso mehr Personal wird für die Versorgung eines Patienten gebunden. „Bereits vor der Pandemie war die Personallage angespannt; jetzt bindet der Betrieb der Covid-Station dauerhaft Personal, das früher woanders eingesetzt war“, beschreibt Schilling die derzeit kritische Versorgungssituation. Im Warener Klinikum werden Covid-Patienten jetzt auf der ursprünglichen ITS behandelt. Zusätzlich wurde eine ITS-Station für Nicht-Corona-Patienten eingerichtet. Zwei ITS beanspruchen aber auch mehr Personal als im Regelbetrieb. Erfahrungswerte mit den Covid-Betroffenen, die im Warener Mediclin behandelt werden, zeigen, dass schwere Krankheitsverläufe bei ungeimpften Menschen deutlich häufiger als bei Geimpften auftreten. Auf der ITS liegen daher tendenziell mehr Nicht-Immunisierte, so Schilling weiter.

Liegt eine Corona-Impfung allerdings bereits länger als sechs Monate zurück, kann der Patient stärker von einer Infektion betroffen sein. Der Impfschutz sei dann oftmals bereits abgeschwächt. Deshalb plädiert auch das Warener Mediclin-Krankenhaus für Booster-Impfungen. „Diese sind sehr wichtig, um den Schutz der ursprünglichen Impfung aufrechtzuerhalten“, hieß es abschließend.

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