Knochenmarkspende

:

Warener rettet Mädchen in den USA das Leben

Die Stammzellen, die aus dem Blut von Sven Braun gewonnen wurde, haben der heute zehnjährigen Ashlynn aus Amerika das Leben gerettet. 
Die Stammzellen, die aus dem Blut von Sven Braun gewonnen wurde, haben der heute zehnjährigen Ashlynn aus Amerika geholfen, den Blutkrebs zu besiegen.
Stephan Radtke

Das Leben eines Familienvaters von der Müritz und das eines kleinen Mädchens in den USA sind für immer miteinander verbunden. Denn Sven Braun hat dafür gesorgt, dass die kleine Ashlynn eine Chance bekam, weiter zu leben.

„Lasst euch bei der DKMS registrieren“, fordert Sven Braun Freunde und Bekannte auf, wenn er mit ihnen ins Gespräch kommt. Der Warener selber tat dies bereits am 26. November 2008 und ist seitdem in der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) gelistet. „Es ging ganz schnell. Mund auf, Stäbchen rein und Spender sein“, erinnert sich Sven Braun an das Prozedere.

Knapp acht Jahre später erhielt der Familienvater einen Anruf, der sein und das Leben eines kleinen Mädchens grundlegend veränderte. Das Knochenmark von Sven Braun stimmte zu 100 Prozent mit dem eines todkranken Mädchens aus Amerika überein, das damals acht Jahre alt war. Das Leben des Mädchens hing wegen ihrer Blutkrebserkrankung buchstäblich am seidenen Faden und sie war auf eine Knochenmarkspende angewiesen. „Die Kleine konnte keine eigenen roten Blutkörperchen bilden“, so Sven Braun.

Immunsystem war schon gänzlich heruntergefahren

Er zögerte nicht und begab sich in eine versierte Hamburger Klinik, wo ihm unter Vollnarkose 640 Milliliter Blut aus dem Beckenkamm entnommen wurden. Zwei winzige Narben, die man nur beim genauen Hinsehen bemerkt, erinnern an diesen Eingriff.

Während die kleinen Wunden des Müritzers schnell verheilten, bangten die Empfängerin und ihre Familie auf einer Intensivstation in den Vereinigten Staaten. Das Immunsystem war schon gänzlich heruntergefahren. In großer Hoffnung, dass die fremden Stammzellen angenommen werden, wartete man hinterm „großen Teich“ auf die Spende.

Zwei Jahre bleiben Spender und Empfänger anonym

Zwar stehen die Mitarbeiter der DKMS für alle Fragen Rede und Antwort, aber wer sich hinter dem Schicksal verbirgt, das bleibt dem Spender vorerst verborgen. „So sind die Gesetze. Zwei Jahre lang leben Spender und Empfänger anonym voneinander getrennt“, erklärt Sven Braun. „Es soll ein Schutz für beide Parteien sein“, so der Müritzer. Diese Frist ist nun abgelaufen. „Ich habe einen Antrag auf Kontaktaufnahme gestellt und der wurde bewilligt“, freut sich der Lebensretter.

Ashlynn ist der Name des kleinen Mädchens, das durch einen kleinen operativen Eingriff eine Chance auf ein gesundes und unbeschwertes Leben erhielt. „Sie hat die Knochenmarkspende sehr gut angenommen, Ashlynn ist jetzt ein gesundes Mädchen“, sagt Sven Braun.

Das wird wohl eine gute Freundschaft

Chemotherapien, Krankenhausaufenthalte und die ständige Todesangst liegen hinter Ashlynn und ihrer Familie. „Ich schreibe jetzt viel mit ihr und es wird wohl eine gute Freundschaft werden“, freut sich Sven Braun, der weiß, dass eine Übereinstimmung und somit eine Knochenmarkspende ziemlich selten sind.

Allein in Deutschland erhalten etwa 14 000 Menschen, von Kindes- bis zum Seniorenalter, jedes Jahr die Diagnose „Blutkrebs“. Diese erschütternde Nachricht verändert das Leben der Betroffenen, aber auch das der Angehörigen immens. In den meisten Fällen hilft dann nur eine Knochenmarkspende von einem völlig unbekannten Menschen. Darum fordert Sven Braun: „Lasst euch bei der DKMS registrieren.“