Geplante Umbauten
Warener Schul-Konzept soll bis April vorliegen

Die Raumgröße in der Kollwitz-Grundschule entspricht nicht mehr den gesetzlichen Erfordernissen. Aber vor allem beim Brandschutz liegt einiges im Argen.
Die Raumgröße in der Kollwitz-Grundschule entspricht nicht mehr den gesetzlichen Erfordernissen. Aber vor allem beim Brandschutz liegt einiges im Argen.
Andreas Segeth

Stadtpolitiker hatten sich mehr Erkenntnisse zu Investitionen an den Warener Schulen erhofft. Ihr Besuch in der Grundschule brachte einige zu Tage – aber eher bestürzende.

Enttäuscht verließen einige Bürger schon kurz nach Beginn die Sitzung des Warener Stadtentwicklungsausschusses. Sie waren gekommen, um mehr über den aktuellen Stand der Investitionen an den Warener Schulen zu erfahren. Doch die Informationen waren dünn und nach wenigen Minuten vorgetragen. Warens Bauamtsleiter Ingo Dann verkündete nur, dass die Verwaltung momentan eine entsprechende Präsentation erarbeite. Diese werde voraussichtlich am 10. April in der Stadtvertretung vorgestellt. Dem Ergebnis wolle er nicht vorgreifen, sagte Ingo Dann.

„Da haben wir uns mehr erhofft“, sagte auch der Ausschussvorsitzende Ralf Schütze (SPD). „Jetzt sind wir so schlau als wie zuvor“, meinte er in Anlehnung an Goethes Faust. Erhellender sei für ihn allerdings vorab die Begehung der Grundschule „Käthe Kollwitz“ in Waren West gewesen, wo sich die Ausschussmitglieder am Dienstagabend versammelt hatten.

Fluchtwege sind ein Problem

Schulleiterin Marion Schuldt habe dabei die baulichen Probleme der Schule beschrieben und auf die Vorgaben des Schulgesetzes verwiesen: So schreibe das Gesetz eine Klassenraumgröße von 75 Quadratmetern vor – in dem Bau aus DDR-Zeiten sei allerdings eine Raumgröße von 48 Quadratmetern Standard. Woanders sei das schon gegeben – beispielsweise in der Grundschule Papenberg nach den dortigen Umbauarbeiten.

Zudem seien die Fluchtwege in der Kollwitz-Schule ein großes Thema. So sei beispielsweise gesetzlich verankert, dass jeder Klassenraum zwei separate Fluchtwege haben müsse. In der Grundschule seien aber die Klassenräume direkt aneinandergebaut, sodass sich auf der einen Seite das Treppenhaus, auf der anderen Seite der nächste Klassenraum befinde. Das sei im Sinne der Brandschutzvorschriften eigentlich nicht mehr gestattet.

Der Ausschussvorsitzende sieht die Stadt in der Pflicht

Wenn man aber mit Umbaumaßnahmen beginne, verliere man diesen Bestandsschutz, sagte Ralf Schütze. Ein Dilemma. „Eigentlich kann man nur noch sagen: abreißen und neu bauen“, meinte er. Das Thema sei so komplex, dass die Stadtvertreter vor ihrer Entscheidung, was und wo in der Warener Schullandschaft investiert werden soll, unbedingt die Einschätzung des Rathauses und des landeseigenen Betriebes für Bau und Liegenschaften (BBL) brauche. Daraus erhoffe man sich auch eine Übersicht der zu erwartenden Kosten und vor allem, wer was bezahlen könnte.

Alle Baumaßnahmen, die mit der Inklusion zusammenhängen, würden vom Land getragen. Für alle anderen Investitionen müsse die Stadt selbst aufkommen. Der Ausschussvorsitzende Ralf Schütze sieht die Stadt hier in der Pflicht.