ÄRGER IN WAREN

Hat das Maremüritz beim Privatstrand eingelenkt?

Ein Privatstrand am Müritz-Ufer in Waren? Viele ärgerten sich über den Betreiber des Yachthafenresorts Maremüritz. Doch kaum hatte der Nordkurier über den Privatstrand berichtet, war das Schild verschwunden.
Gab es ein Einlenken? Kurz nach der Berichterstattung war das Schild plötzlich nicht mehr da.
Gab es ein Einlenken? Kurz nach der Berichterstattung war das Schild plötzlich nicht mehr da. Nadine Schuldt
Blick aus der Luft auf das Maremüritz Yachthafen Resort & Spa mit seinen 184 Appartements zwischen der Müritz un
Blick aus der Luft auf das Maremüritz Yachthafen Resort & Spa mit seinen 184 Appartements zwischen der Müritz und der Feisneck. 2021 soll noch eine Marina entstehen. Stephan Radtke
Am Freitag war noch dieses Schild aufgestellt und verkündete: "Liebe Gäste, der Zugang zum Strand ist für MAREMÜRITZ Hausgäste."
Am Freitag war noch dieses Schild aufgestellt und verkündete: "Liebe Gäste, der Zugang zum Strand ist für MAREMÜRITZ Hausgäste." Nadine Schuldt
Waren.

Das Schild ist weg. Nachdem der Nordkurier über die Sperrung eines neuen Strandes für die Öffentlichkeit online und auch in der Samstagsausgabe berichtet hatte, war das Hinweisschild vor dem Yachthafenresort Maremüritz am Sonnabend plötzlich verschwunden. Haben die Betreiber der Ferienwohnungsanlage, die 12.18-Immobiliengruppe, etwa schon geahnt, welche Welle der Empörung sie ausgelöst hatten? Der Nordkurier-Posteingang wurde jedenfalls mit Lesermeinungen geflutet.

Mehr lesen: Streit um Privatstrand an der Müritz.

So schrieb Carsten Schön, dass es keine Privatisierung der Müritz geben sollte. „Diese Freiheit ist ein großer Faktor und Entscheidungspunkt, weshalb sich Touristen aus der gesamten Bundesrepublik hier wohlfühlen und diese Region besuchen. Wenn auch ein solcher Privatstrand anscheinend dem Tourismus einiger weniger Leute zugute kommt, so wird er langfristig der ganzen Region enorm schaden und das Wohlbefinden sowohl der Touristen als auch der einheimischen Bevölkerung mindern“, schrieb Carsten Schön.

Resort wirbt im Internet mit öffentlichem Strand

Auch Marion Schild schrieb uns, dass der Artikel ihrer Familie aus dem Herzen gesprochen habe. „Es sollte und muss für Waren Müritz ein absolutes Alleinstellungsmerkmal sein und bleiben, dass Uferwege aber auch Strände und Naturbadestellen für alle öffentlich zugänglich sind und bleiben. Wir haben in Österreich am Attersee oder auch am Bodensee erleben müssen, dass fast alles privatisiert ist. Undenkbar für uns hier an der Müritz.“ Ohne es zu wissen, hatte sie sogar schon einen der Strandkörbe ausprobiert und den einmaligen Blick auf die Stadt genossen. Wenn das Abbauen des Schildes ein Zeichen des Einlenkens sei, würde die Warenerin das sehr begrüßen.

Der Betreiber der Ferienanlage Maremüritz hat sich auch am Wochenende noch nicht zu dem Sachverhalt geäußert und auf die Nordkurier-Anfrage zum Thema Privatstrand reagiert. Von der Pressestelle der Stadtverwaltung hatte es am Freitag die Auskunft gegeben, dass sich Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) aufgrund der öffentliche Debatte Anfang dieser Woche dazu mit der 12.18-Immobiliengruppe verständigen und eine einvernehmliche Lösung anstreben will.

Auf der Nordkurier-Internetseite wurde auch die Warener Verwaltung für ihr Vorgehen kritisiert. „Das kann doch nicht allen Ernstes sein, dass so eine wesentlich Frage, ob der Strand und nicht nur der offenbar über das Grundstück führende Wanderweg öffentlich zugänglich sein soll, im Rahmen der Verhandlungen mit dem Investor nicht klar und eindeutig besprochen und geregelt worden sein soll? In Anbetracht des Wortlautes des Vertrages kann man die Interpretation der Stadtverwaltung aus meiner Sicht wirklich nur als reichlich hanebüchen bezeichnen“, schrieb ein User.

Ein anderer machte auf das „Gäste A-Z“ im Downloadbereich der Maremüritz-Internetseite aufmerksam, wo zum Thema Strand zu lesen ist: „Nehmen Sie ein Sonnenbad oder genießen Sie das klare Wasser beim Schwimmen an unseren öffentlichen Müritz-Strand, welcher sich hinter dem Zentralgebäude erstreckt.“ Auch an anderer Stelle des Internetauftritts wird damit geworben, dass sich vor dem Resort ein kleiner öffentlicher Strandabschnitt befindet. „Interessant, wie widersprüchlich die Betreiber hier informieren. Da hat die Stadt durchaus Möglichkeiten zum verhandeln, wenn nicht sogar die besseren Karten mit dem Durchführungsvertrag“, meint der User dazu.

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Kommentare (2)

ZITAT: ".....dass sich Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) aufgrund der öffentliche Debatte Anfang dieser Woche dazu mit der 12.18. verständigen und eine einvernehmliche Lösung anstreben will."

[Entfernt. Hören Sie bitte auf zu pöbeln. Im Text fehlte bei der zweiten Erwähnung der "12.18" der Zusatz "-Immobiliengesellschaft". Wurde korrigiert. Vielen Dank für den Hinweis.]

Ich werde dem NK dankbar sein für einen Hinweis, in welchem Satz des entfernten Kommentars eine Pöbelei enthalten gewesen sein soll: Hier noch einmal der Originaltext:
"Trotz meines telefonischen Hinweises sieht der NK keine Notwendigkeit, den Leser aufzuklären, wer sich hinter 12.18 verbirgt. Auf diese ignorante Weise verspielt der NK letzte Reste der Glaubwürdigkeit, wenn er offensichtlich keinen Wert darauf legt, dass seine Leser erfahren, mit wem Warens Bürgermeister im konspirativen Kontakt steht. Früher mal IM gewesen ????"

[Anm. d. Red.: Werter Leon, wenn Sie es nicht verstehen: Wir haben im Artikel die 12.18-Immobiliengesellschaft als Betreiber genannt. Bei der zweiten Erwähnung stand leider nur "12.18", was korrigiert wurde. Warum pöbeln Sie dann mit "ignorante", "verspielter ... Glaubwürdigkeit", "keinen Wert darauf leg[en]" und "konspirativen Kontakt" – mit einer Beitreiberfirma. Um dann am Ende mit IM-Vorwürfen um sich zu werfen.
Haben Sie Belege für Ihre Anschuldigungen und Vorwürfe oder schreiben Sie immer so übertreibend]

Randbemerkung: Es besteht keine Notwendigkeit, innerhalb eines Satzes das Verb "pöbeln" mit einem Großbuchstaben zu schreiben. [Korrekt. Danke für den Hinweis]