FRIEDLICHE REVOLUTION

Warener Wende-Denkmäler werden am 16. Oktober eingeweiht

Gleich zwei besondere Denkmäler nehmen derzeit Formen an. Sie sollen beide in Waren an die Friedliche Revolution 1989 erinnern. Nun wird auch noch die offizielle Einweihung auf denselben Tag fallen.
Der Künstler Franz-Ulrich Poppe hat alle Elemente für das Kerzen-Denkmal fertiggestellt. Nun müssen sie in Ruhe
Der Künstler Franz-Ulrich Poppe hat alle Elemente für das Kerzen-Denkmal fertiggestellt. Nun müssen sie in Ruhe trocknen. Nadine Schuldt
Um eine Form für die Kerzen zu gewinnen, hat Franz Poppe eine Dachrinne zurechtgesägt und davon einen Gipsabdruck an
Um eine Form für die Kerzen zu gewinnen, hat Franz Poppe eine Dachrinne zurechtgesägt und davon einen Gipsabdruck angefertigt. Nadine Schuldt
Waren.

„Zur Erinnerung an unsere Friedliche Revolution im Herbst 1989 in Waren.“ So soll der Spruch lauten, der künftig das Kerzen-Denkmal in der St. Marien-Kirche zieren wird. Und das nimmt mittlerweile ziemlich konkrete Formen an. So hat Künstler Franz Poppe schon alle sieben Elemente geformt und auch den Sockel bereits fertiggestellt. Bis das Denkmal in Gänze fertig ist, dauert es jedoch noch einige Woche. „Die Elemente müssen in Ruhe trocknen“, sagt der Künstler. Er habe in seinem Werkstattraum sogar die Heizung an, damit das Wasser in dem Ton verdunstet. Erst danach können die Elemente gebrannt und zu guter Letzt der Schriftzug aufgetragen werden.

Seinen Platz soll das Kerzen-Denkmal künftig in einer Nische im Eingangsbereich der Marienkirche finden. Eine Gruppe um Impulsgeberin Gisela Dunker hatte nach den Wende-Feierlichkeiten die Idee zu dem Denkmal und trieb auch die Umsetzung immer weiter voran. „Wir möchten den Mut der Warener, die trotz Stasi-Bespitzlung und Gefahr von Repressionen und Verhaftung zur Demo aufriefen, gewürdigt wissen. Unsere Geschichte soll lebendig und sichtbar gemacht werden zur Erinnerung und Mahnung zugleich“, so Gisela Dunker. Auch Franz Poppe war in jenen Tagen mit dabei, hat sich während seiner Arbeit an den Kerzen immer wieder an die Ereignisse erinnert. „Die Menschen gingen von der Mühlenstraße runter zur Langen Straße und von dort zur Marienkirche, wo ein Friedensgebet gesprochen wurde“, erinnert er sich. Von dort ging es zum Markt, wo dann Reden gehalten wurden.

Jahrestag der ersten großen Demo im Nordosten

Auch Christian Holz engagiert sich für das Kerzen-Denkmal. „Ich möchte an die Friedliche Revolution erinnern, weil sie sehr gewaltig und einzigartig war“, sagt der 45-Jährige. Er möchte nicht, dass das in Vergessenheit gerate, erklärt er seine Motivation.

Dass Kerzen-Denkmal soll am 16. Oktober offiziell eingeweiht werden. Nicht ohne Grund. „An jenem Tag 1989 sind wir erstmals demonstrieren gegangen“, erzählt Franz Poppe. Am selben Datum wird auch das Kunstwerk „Perspektiven der Freiheit“ eingeweiht werden. Das „Erinnerungszeichen“ wird derzeit vor dem Gedenkort, der Warener St.-Georgen-Kirche, aufgebaut und soll ebenfalls an die Friedliche Revolution 1989 erinnern. Die Müritzstadt war als „zentraler Gedächtnisort“ ausgewählt worden, weil hier am 16.  Oktober 1989 die erste große Demonstration im Nordosten stattfand.

Für die Warener Gruppe soll das Kerzen-Denkmal eine Ergänzung zu dem Erinnerungszeichen sein. Wie Christian Holz weiter mitteilt, sei nun geplant, dass die Einweihung des Kerzen-Denkmals den offiziellen Festakt für das Erinnerungszeichen vor der St.-Georgen-Kirche begleiten soll. „Nach der offiziellen Veranstaltung in der Georgen-Kirche sollen die Menschen auf dem ‚Weg der Kerzen‘ zur St.-Marien-Kirche gehen“, sagt Christian Holz, in Anlehnung an die historischen Geschehnisse vor 31 Jahren. Danach soll der Abend mit einem Konzert in der St.-Georgen-Kirche ausklingen.

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