Der Melzer See bei Röbel ist seit Jahren immer wieder von Blaualgenteppichen betroffen. Foto: NK-Archiv/Landkreis/ZVG
Der Melzer See bei Röbel ist seit Jahren immer wieder von Blaualgenteppichen betroffen. Foto: NK-Archiv/Landkreis/ZVG Archiv/Lankdkreis MSP
Die Bakterien können unangenehme Hautreizungen aber auch Übelkeit verursachen.
Die Bakterien können unangenehme Hautreizungen aber auch Übelkeit verursachen. Julian Stratenschulte
Gefahr am Strand

▶ Warnung vor Badesee – Blaualgen an der Seenplatte

Gereizte Haut und Übelkeit: Die Hitze hat dafür gesorgt, dass sich auch Bakterien im Wasser ausbreiten. Der Kreis rechnet mit weiteren Fällen von Blaualgen in den kommenden Tagen.
Röbel

Aus anderen Bundesländern häuften sich die Warnungen vor Cyanobakterien an Stränden und Badestellen bereits in den vergangenen Tagen. Die hohen Temperaturen haben in vielen Gewässern das Wachstum der sogenannten Blaualgen angetrieben. Auf Nachfrage bestätigte das Landratsamt am Donnerstag auch den ersten registrierten Fall im Kreis Mecklenburgische Seenplatte.

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Erster Fall in der Müritz-Region

So sei am Mittwoch im Melzer See im Amt Röbel eine hohe Konzentration von Cyanobakterien festgestellt worden. Das Wasser des Sees habe sich auch augenscheinlich grün verfärbt, ein deutliches Anzeichen, berichtet Pressesprecher Nils Henke. Inzwischen seien von Mitarbeitern des Landkreises vor Ort entsprechende Warnhinweise aufgestellt worden. Vom Baden im Melzer See werde dringend abgeraten.

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Das Wetter ist schuld

Die Bakterien, die umgangssprachlich Blaualgen genannt werden, treten in der Region inzwischen regelmäßig in den Sommern auf. Im Landratsamt rechnet man insofern auch damit, dass es in den kommenden Tagen Meldungen für weitere Gewässer geben könnte. „Das ist die Jahreszeit und es ist das Wetter für Blaualgen. Hohe Temperaturen über mehrere Tage“, so Henke.

Auch die Ostsee ist gefährdet

In den vergangenen Jahren waren neben vielen anderen Badegewässern in der Region unter anderem der Tollensesee, aber auch einzelne Strandbereiche der Ostsee von dem Befall betroffen.

In Blaualgenteppichen soll den Empfehlungen des Gesundheitsamtes zufolge grundsätzlich nicht gebadet werden. Besonders gefährdet seien Kinder und Kleinkinder. Deshalb dürften sie keinesfalls in Algenanschwemmungen am Ufer spielen oder Wasser schlucken. Hautkontakt könnte Reizungen oder allergische Reaktionen hervorrufen. Das mehrmalige Verschlucken von algenhaltigem Wasser könne gar toxisch wirken. Bei Beschwerden wie Übelkeit Erbrechen, Durchfall, Atemnot, Hautreizungen oder -quaddeln sollen Badegäste einen Arzt aufsuchen.

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So erkennen Sie Blaualgen

Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes raten darüber hinaus, nach dem Schwimmen zu duschen. Glücklicherweise sind die schädlichen Blaualgen leicht zu erkennen: Es bilden sich Schlieren, Algenteppiche oder das Wasser färbe sich grünlich. Die Behörde warnt zudem davor, dass Ansammlungen der schädlichen Cyanobakterien bei entsprechenden Wetter- und Wind-Verhältnissen blitzschnell entstehen können – und zwar innerhalb weniger Stunden.

Wer in diesen Tagen eine Abkühlung im Badesee sucht, der solle deshalb besonders aufmerksam sein. Längst nicht jedem sei die Gefahr bislang bewusst. Insbesondere Touristen würden Blaualgen regelmäßig nicht erkennen. „Deshalb sollten alle – auch an nicht bewachten Badestränden – aufmerksam sein und Mitmenschen auf mögliche Anzeichen hinweisen“, so die Warnung aus dem Gesundheitsamt.

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