100 JAHRE NACH BRAND

Warum die Schloener Pastorin das Pfarrhaus verlassen muss

An Weihnachten 1918 brannte es im Obergeschoss des Schloener Pfarrhauses. Die Schäden sind bisher nur notdürftig repariert worden. Das kann sich nun ändern – dank Hilfe von Land und Kirche.
Das Dach des Schloener Pfarrhauses muss unbedingt erneuert werden. Dafür begann Bürgermeister Bertold Schulz vor zwe
Das Dach des Schloener Pfarrhauses muss unbedingt erneuert werden. Dafür begann Bürgermeister Bertold Schulz vor zwei Jahren, Fördermittel einzuwerben. Susann Salzmann
Justizministerin Katy Hoffmeister überbrachte Fördermittel für die Dachsanierung.
Justizministerin Katy Hoffmeister überbrachte Fördermittel für die Dachsanierung. Susann Salzmann
Schloen ·

Die Menschen in Schloen-Dratow kennen die Geschichte vom lodernden Pfarrhaus Anfang des 20. Jahrhunderts. Mehr als 100 Jahre später können sich endlich Handwerker ans Dach machen, die nicht nur neue Schindeln verlegen, sondern die gesamte Dachkonstruktion austauschen. Ein Eigenanteil von rund 30 000 Euro, aber zum Großteil Fördermittel von Landeskirche und Land machen die dringende Sanierung nun möglich. Den zweiten und letzten Zuwendungsbescheid brachten am Mittwoch Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) und Parteifreund Marc Reinhardt vorbei. Das Land bezuschusst die Arbeiten mit 70 000 Euro.

Gemeindeoberhaupt Bertold Schulz und Pastorin Gesine Isbarn freuten sich sehr über den Geldsegen aus dem Strategiefonds des Landes. Immerhin war das der letzte Teil einer sechsstelligen Gesamtsumme, die im Budget noch fehlte. Nun sollen die Arbeiten Ende September oder Anfang Oktober beginnen, sagte Schulz. Insgesamt rund 230 000 Euro verschlingt das Bauvorhaben. Ungewöhnlich viel angesichts von Dacharbeiten an einem Objekt von der Größe eines Einfamilienhauses. Doch nach dem Brand 1918 seien die Schäden nicht allesamt einwandfrei beseitigt worden. Stattdessen wurde rund zwei Jahre nach dem Brand eine Notbedachung umgesetzt, so Pastorin Isbarn. In den 70er oder 80er Jahren wurden nur noch einmal die Dachschindeln ausgetauscht. Über die ganzen Jahrzehnte aber faulten von außen wie innen die Balken. Es regne ins Haus hinein, so Ortsvorsteher Schulz. Das bedeutet, dass auch die gesamte Dachlattung und Dämmung erneuert werden muss.

Isbarn selbst muss sich für die Zeit der voraussichtlich sechswöchigen Baumaßnahme eine andere Unterkunft suchen. Sie bewohnt nämlich das Obergeschoss, dessen Decke zum Wohnbereich hin geöffnet werden muss. Bürgermeister Bertold Schulz hat schon eine Lösung im Blick. Möglicherweise könnte die Pastorin für diese Zeit in einer Ferienwohnung unterkommen.

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