1000 POLIZISTEN, RÄUMPANZER, WASSERWERFER

Polizei plant offenbar Großeinsatz beim Fusion-Festival

Bislang hielt sich die Polizei bedeckt, wie sie ihren Einsatz auf dem Fusion-Festival gestalten würde. Jetzt ist zu dem Thema ein internes Papier aufgetaucht.
Sebastian Langer Sebastian Langer
Um die Präsenz von Polizei auf dem Gelände der Fusion während des Festivals gibt es seit Wochen Streit.
Um die Präsenz von Polizei auf dem Gelände der Fusion während des Festivals gibt es seit Wochen Streit. Bernd Wüstneck
Lärz.

Die Polizei bereitet für das kommende Fusion-Festival (26. bis 30. Juni) offenbar einen größeren Einsatz vor als bisher bekannt. So soll laut einem Einsatzkonzept rund um die Uhr 100 Beamte in Uniform und Zivil auf dem Gelände sein. Zudem sollen in der Nähe eine Beweis- und Festnahmeeinheit der Bereitsschaftspolizei sowie eine Hundertschaft für die Regelung des Verkehrs stationiert sein, berichtet Zeit Online.

Außerhalb des Festivals seien zudem sowohl die Stationierung von Räumpanzer und Wasserwerfern geplant als auch die von Spezialkräften, die zum Beispiel bei Protesten gegen Atommüll-Transporte Demonstrantinnen von Bahngleisen losschneiden. Die Polizei gehe davon aus, rund 1000 Polizisten am Fusion-Gelände unterzubringen. Pioniere der Bundeswehr sollen laut Konzept für den Bau einer Zufahrt zum Polizei-Lager eingesetzt werden, was allerdings bei der Errichtung von sogenannten Feldstraßen ein üblicher Vorgang ist.

 

 

Der Veranstalter zeigte sich schockiert. "Das übertrifft die schlimmsten Befürchtungen des Kulturkosmos", heißt es in einer Stellungnahme. "Die Polizei plant, wie sich jetzt bestätigt, ein unverantwortliches Eskalationsszenario gegen unser Kulturfestival", sagte Martin Eulenhaupt vom Kulturkosmos. Mit diesen eskalativen Einsatzplanungen ist niemandem in Sachen Sicherheit geholfen. "Die Landesregierung muss jetzt diesem unverhältnismäßigen Vorhabem sofort ein Ende setzen", so Eulenhaupt weiter.

Zahlreiche Stimmen aus Region und Politik pro Fusion

Zwischen dem Veranstalter Kulturkosmos und dem Polizeipräsidium wird seit langer Zeit um die Genehmigung des Festivals gerungen. Knackpunkt ist vor allem die von der Polizei angestrebte Wache auf dem Gelände, die nach wie vor prinzipiell abgelehnt wird. In der vergangenen Woche reichten die Veranstalter ein neues Sicherheitskonzept ein, in dem eine Polizeiwache in unmittelbarer Nähe des Festivalgeländes vorgeschlagen wird.

Auch eine Bachelorarbeit der Polizeifachhochschule Güstrow sorgt für Aufregung. Auf Anregung des Polizeipräsidiums Neubrandenburg hat sie sich von Januar bis April dieses Jahres kritisch mit der Sicherheit beim Fusion-Festival befasst. Aus Sicht der Veranstalter problematisch ist, dass im Zuge der Arbeit interne Daten der Veranstalter ungeschwärzt weitergegeben wurden – unter anderem an einen Dozenten der Polizeischule, den Ex-AfD-Politiker Ulf-Theodor Claassen.

Mehr als 130.000 Menschen haben mittlerweile die Online-Erklärung "Gegen anlasslose Polizeipräsenz auf friedlichen Kulturveranstaltungen!" des Fusion-Veranstalters unterschrieben. Zahlreiche Stimmen aus der Region und aus der Politik hatten sich mit Blick auf die friedliche Atmosphäre auf den bisherigen Fusions für das Festival ausgesprochen.

Wie Zeit Online berichtet, beharrt die Polizei mittlerweile nicht mehr auf einer Wache auf dem Gelände. Bezugnehmend auf das neue Sicherheitskonzept und mögliche "weitreichende Verbesserungen" sei eine dauerhafte Präsenz auf dem Gelände nicht mehr erforderlich, hieß es demnach von einer Polizeisprecherin.

 

 

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Kommentare (7)

Wie zur DDR Zeit, mit Spitzel, und Festnahmen, wir kommen so langsam, zur DDR zurück

Es wird zur Drogenjagd geblasen

wird drangsaliert und Verbrecher werden chauffiert - so was nennt man Unterdrückung

Die Polizei gibt doch den Anlass, zum 1. Angriff, dafür ist Geld da, aber nicht für kranke Kinder. In Kreuzberg trauen sie sich nicht rein

Heil kommt die Polizei so wie so nicht vom Gelände

Lorenz Caffier
Caffier trat bereits 1979 in die CDU der DDR ein. Seinen Eintritt umschreibt er so: „Ich bin das, was man nach der Wiedervereinigung eine Blockflöte genannt hat
Als Innenminister war Lorenz Caffier Verantwortlicher für die Sicherheit des Weltwirtschaftsgipfels 2007 in Heiligendamm
Seine Politik zielt auf eine Stärkung der inneren Sicherheit durch die Neuorganisation der Landespolizei
Vorwürfe, dass es ihm vorrangig um seinen „Posten“ als Innenminister ging, wies er zurück.
Mister "ich muss den Fördergeldbescheid DRINGENST zustellen und benötige dafür einen Heli" und "ich bau meine Ferienhütte einfach mal hier hin, Umweltschutz Schmumweltschutz, ich bin CDU Mensch huldigt mir" führt einen neuen Polizeichef ein.....zum Glück bin ich empfänglich für schlechte Witze.
An der Spitze der Polizei im Osten Mecklenburg-Vorpommerns steht künftig Nils Hoffmann-Ritterbusch. Der gebürtige Kieler wird an diesem Montag von Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) feierlich in sein Amt in Neubrandenburg eingeführt. Der 53-Jährige löst Wilfried Kapischke ab, der nach nur einem Jahr in Neubrandenburg das Amt des Inspekteurs der Polizei in Schwerin übernahm.
Hoffmann-Ritterbusch leitete die Führungsstäbe der beiden Präsidien in Rostock und Neubrandenburg, wo er Kapischkes Vertreter war.
Schwere Vorwürfe auf sieben eng beschriebenen Seiten, geschickt vor knapp einem Monat an die Staatsanwaltschaft Schwerin. Absender: Der inzwischen pensionierte einstige Top-Polizist Siegfried Stang. Gegen keinen geringeren als Innenminister Lorenz Caffier (CDU) erstattete Stang mit dem Schreiben Anzeige wegen Untreue.
Caffier habe über Jahre Beförderungen geduldet, die nicht mit geltenden Gesetzen in Einklang zu bringen gewesen seien
Stang führt aus: Die vier hätten, von langer Hand geplant, Günstlinge in Spitzenfunktionen im Polizeiapparat und im Ministerium untergebracht.
Vor allem die in der Tat kometenhafte Laufbahn von Wilfried Kapischke, der binnen weniger Jahre zum Inspekteur der Landespolizei aufstieg, sei Günstlingswirtschaft zum Schaden der Steuerzahler. Stang selbst war als damaliger Polizeidirektor und Leiter der Polizeiinspektion Neubrandenburg gegen Kapischke in einem früheren Bewerbungsverfahren selbst unterlegen, woraus er in der Anzeige auch keinen Hehl macht.

Was soll das? Hat das was mit dem Fusion-Festivall zu tun? Ihre teilweise berechtigte Kritik können Sie gerne zu Statements von den von Ihnen Genannten loswerden. Zur Akzeptanz des Festivals trägt ihre Agumentation nicht bei! Erklären Sie mir bitte lieber, warum rechtsfreie Räume bei zigtausende Teilnehmer geduldet werden sollen und argumentieren Sie bitte nicht -wie hier schon oftmals gelesen- mit vergleichbaren Privatfeiern, bei denen die Polizei auch nicht anwesend bzw. geduldet wird. Hier findet sich fast eine halbe Großstadt zusammen und akzeptiert keine Exekutive?