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Radau unterm Tannenbaum

Klapperdachs Tom Nitz, Schafsbock Christian Puls und Wiehnachtsmann Daniel Urbschat (von links) ziehen heute als Klapperdachse von Haus zu Haus. Günter Saathoff (rechts) ist in Vertretung von Norman Gerhardt ins Kostüm des Schimmelreiters geschlüpft.
Klapperdachs Tom Nitz, Schafsbock Christian Puls und Wiehnachtsmann Daniel Urbschat (von links) ziehen heute als Klapperdachse von Haus zu Haus. Günter Saathoff (rechts) ist in Vertretung von Norman Gerhardt ins Kostüm des Schimmelreiters geschlüpft.
Petra Konermann

Festhalten - jetzt kommen die Klapperdachse. In Zepkow hat sich ein ungewöhnlicher Weihnachtsbrauch über Jahrhunderte hinweg erhalten. Junge Männer werden dabei gebraucht, die nicht allzu zimperlich sind.

Erst laufen Klapperdachs, Wiehnachtsmann, Schafsbock und Schimmelreiter ums Haus, wummern an alle Türen und Fenster und begehren lautstark Einlass. Sind die vier erst mal drinnen in einem x-beliebigen Zepkower Haus, dann gibt es kein Halten mehr: Kinder werden erschreckt und zur Not auch aus Verstecken gezogen, Erwachsene werden gekniffen und gezwackt, gerne auch so lange, bis sich blaue Flecken zeigen, es werden Gedichte oder Gesang eingefordert, auch gegen ein Schnäpschen oder Bares haben die Verkleideten nichts einzuwenden. Mit den Klapperdachsen ist nicht gut Kirschen essen - und genauso soll es sein.

Der Brauch der "Klapperdachse" hat sich in Zepkow seit Jahrhunderten erhalten - eine Tradition, deren Ursprung wohl einst ein heidnischer war. Tom Nitz, Daniel Urbschat, Christian Puls und Norman Gerhardt jedenfalls wissen, was sie heute am Heiligabend ab 17 Uhr machen: Ihre Nachbarn, Freunde und Verwandte erschrecken und zwar ordentlich. Die vier sind in diesem Jahr die "Klapperdachse". Nur junge und unverheiratete Männer des Dorfes, die mindestens 18 Jahre alt sind, dürfen als Klapperdachse in Zepkow von Haus zu Haus ziehen. "Klar hatten wir Angst, als wir selber noch klein waren und die Klapperdachse kamen. Aber es ist auch eine schöne Tradition, die wohl die meisten aus unserem Dorf nicht missen wollen", meint Tom Nitz.

Er selbst ist in diesem Jahr der "Klapperdachs". Diese Figur ist mit einer hölzernen Zange ausgestattet, mit der wohl schon fast jeder Zepkower Bekanntschaft geschlossen hat: Mit ihr kneift der Klapperdachs in Oberarme und Unterschenkel und hinterlässt einen bleibenden, weil schmerzhaften Eindruck. "Früher schauten auf den Zangen-Backen sogar abgeknickte Nägel heraus, und da konnte schon mal Blut fließen. Aber so doll ist es heute nicht mehr", wiegelt Tom Nitz ab. Die Zange ist über 250 Jahre alt, genauso so wie die Gestelle für Schafsbock und Schimmelreiter. Die werden den beiden anderen Begleitern des Wiehnachtsmanns umgeschnallt.