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Asylbewerber

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Seenplatte bekommt weniger Flüchtlinge zugewiesen

Über 3700 Flüchtlinge kamen auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle in die Seenplatte. 2018 sind es bisher 147.
Über 3700 Flüchtlinge kamen auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle in die Seenplatte. 2018 sind es bisher 147.
Boris Roessler

Die Gemeinschaftsunterkünfte sind nur noch zur Hälfte belegt. Auch weniger Wohnungen werden angemietet. Dennoch steht die Verwaltung vor einem Problem.

Die Zahl der Flüchtlinge geht im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte weiter zurück. In diesem Jahr seien dem Landkreis bis Juli nur noch 147 neue Flüchtlinge zugewiesen worden, sagte Sozialdezernent Michael Löffler bei der jüngsten Sitzung des Kreissozialausschusses in Neu Schloen. Das ist kein Vergleich zum Jahr 2015, als es noch 3771 Flüchtlinge waren. 2016 hatte die Zahl schon abgenommen, damals waren es 954 neue Zuweisungen. Im Jahr 2017 noch 419.

Noch sind nicht alle Anträge bearbeitet. Momentan bekommen noch rund 1200 Menschen in der Seenplatte Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, knapp 1600 anerkannte Flüchtlinge leben hier zurzeit von Hartz IV. Aber auch diese Zahl sei schon zurückgegangen. Die Menschen, die momentan noch zu uns kommen, stammen kaum noch aus Syrien oder Afghanistan, sondern vielmehr aus Afrika, so Löffler. Den Zahlen gegenüber stehen 31 Rückführungen, die im Jahr 2018 schon vollzogen worden seien.

4,5 Prozent der Kita-Kinder sind Flüchtlinge

Die Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge habe auch abgenommen – im Juli seien es 98 gewesen. Momentan seien insgesamt 685 Kinder mit Migrationshintergrund in den Kitas des Landkreises untergebracht. Das seien 4,5 Prozent aller 16.894 Kita-Kinder in der Seenplatte.

Der Rückgang der Flüchtlinge macht sich auch in der Belegung der Unterkünfte bemerkbar. Im Frühjahr 2016, in der Hochphase der Flüchtlingskrise, musste der Landkreis zusätzlich zu den zentralen Unterkünften noch zehn weitere Objekte anmieten, beispielsweise Hotels, Wohnheime und Ferienobjekte. Hinzu kamen 772 Wohnungen im ganzen Landkreis.

„Manchmal wussten wir abends nicht, wo wir die Leute am nächsten Tag unterbringen sollten“, sagt Lothar Schmidt, der das Unterbringungsmanagement beim Landkreis leitet. Aber es habe immer geklappt. Dabei habe man nie auf Container oder Zelte zurückgreifen müssen, wie es in anderen Orten notwendig war.

Betriebskostenabrechnungen sind ein Problem

Diese Situation habe sich komplett geändert. Von der dezentralen Unterbringung neuer Flüchtlinge sei man mittlerweile abgekommen. Momentan seien noch knapp 100 Wohnungen in Nutzung durch den Kreis, Tendenz fallend. Die fünf zentralen Gemeinschaftsunterkünfte des Kreises in Neubrandenburg (Markscheiderweg und Lindenberg), Jürgenstorf, Altentreptow und Friedland seien nur noch zur Hälfte belegt.

Ein neues Problem, das momentan für viel Arbeit sorge, sei für seine Mitarbeiter allerdings die Bearbeitung der Betriebskostenabrechnungen der dezentralen Wohnungen für die zurückliegenden Jahre. Denn diese seien oft falsch, meist zum Nachteil des Landkreises. Denn die gezahlten Abschläge seien meist viel zu hoch.

Diese kämen nicht nur durch Ablesefehler zustande, sondern auch, weil die Wohnungen oft leer gestanden hätten und keine Energie verbraucht wurde. Es gebe aber auch den anderen Fall, dass Zusatzheizgeräte genutzt wurden, weil es den Flüchtlingen schlichtweg zu kalt war.

Kommentare (1)

Wie geht denn sowas? Diese Illegalen haben zu keinem Zeitpunkt ins deutsche Sozialsystem eingezahlt und bekommen Repressionsfrei volle Hartz-IV Leistung. Laut gültigen Asyl-Gesetz gehören die alle in ihre Heimatländer abgeschoben.