ANDRANG IN FREIZEITEINRICHTUNGEN

Wenn Anstehen schon Teil des Museumsbesuches ist

Derzeit sind vor einigen Museen und anderen Freizeiteinrichtungen des Öfteren lange Besucherschlangen zu sehen. Damit die Leute nicht die Lust auf den Eintritt verlieren, lassen sich manche Einrichtungen einiges einfallen.
An Regentagen bilden sich Besucherschlangen vor Freizeiteinrichtungen wie dem Müritzeum. Sie sind dieses Jahr um einiges
An Regentagen bilden sich Besucherschlangen vor Freizeiteinrichtungen wie dem Müritzeum. Sie sind dieses Jahr um einiges länger, weil der Mindestabstand im Haus eingehalten werden muss. Nadine Schuldt
Müritzregion.

Wenn die Sonne ausbleibt, stehen Museen und andere Freizeiteinrichtungen bei den Urlaubern in der Müritzregion hoch im Kurs. Und das hat in Corona-Zeiten Folgen: So war in den vergangenen Wochen unter anderem mehrfach eine lange Schlange vor dem Müritzeum zu sehen. „Die Leute harren wirklich aus, bis sie ins Müritzeum hinein können”, sagt Müritzeumssprecherin Karin Franz. Aufgrund der Corona-Pandemie hält sich das Naturerlebniszentrum an die Vorgaben der Landesregierung. Demzufolge muss das Müritzeum darauf achten, dass die Besucher den Abstand von 1,50 Meter einhalten. Deshalb könne auch nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern zur selben Zeint in das Gebäude hineingelassen werden. Aber: „Die Besucher sind alle sehr verständnisvoll”, sagt Franz.

Sonnenschirme gegen Regen

Diese Erfahrung haben auch die Mitarbeiter der Röbeler Müritz-Therme gemacht. Dort dürfen sich zeitgleich nur 292 Besucher aufhalten. Daher bildete sich in den vergangenen Tagen teilweise eine Schlange vor dem Schwimmbad. Weil wegen der Abstandsregelung auch nicht alle Besucher ins Foyer durften, stellten Therme-Mitarbeiter draußen Sonnenschirme auf, sodass sich die Leute darunter vor dem Regen schützen konnten. „Wir haben den Kindern Eis und den Frauen Sekt oder auch Wasser und Saft angeboten”, erzählt Marco Lüders, Geschäftsführer der Betreiberfirma Fun GmbH. Damit möglichst viele Besucher trotz des Andrangs und der Corona-Regeln einen Chance haben, fährt die Therme einen besonderen Kurs: „Wir verkaufen nur eine Vier-Stunden-Karte, keine Ganz-Tageskarte”, so Marco Lüders. Zwischen 9 und 10 Uhr finde der erste „Ansturm” statt und wenn deren vier Stunden um seien, könne ein nächster Schwung in die Therme.

„Wie zu DDR-Zeiten”

Auch vor dem Malchower DDR-Museum, das aktuell nur 30 Leute reinlassen darf, warten des Öfteren Besucher vor dem Eingang. „Sie hatten Verständnis”, sagte Museumsmitarbeiterin Nadine Dreier. Um die Laune hochzuhalten, hätten sie aus dem Anstehen sogar einen Scherz gemacht. „Das Anstehen sei wie zu DDR-Zeiten und das gebe es zum Eintritt dazu”, zitierte Dreier und schmunzelte.

Kein Limit bei Besucherzahlen

Vor dem Eingang des Bärenwald Müritz gibt es indes keine langen Wartezeiten. „Bei viel Andrang wird direkt eine zweite Kasse aufgemacht”, teilte Maria Andresen vom Bärenwald mit. Beschränkungen bei den Besucherzahlen gebe es nicht. Allerdings gelten im Besucherzentrum weiterhin gewisse Einschränkungen wie Mundschutz- und Abstandsregelungen und auf dem gesamten Gelände ein Einbahnstraßensystem. Darüber hinaus hätten die Servicemitarbeiterinnen stets einen Blick auf den Eingangsbereich. Sollte eine Schlange entstehen, gingen sie auf die Besucher zu, erklären die geltenden Sicherheitsbestimmungen und beantworteten Fragen zu den tierischen Schützlingen. Dabei hätten sie nur gute Erfahrungen mit den Bärenwald-Besuchern gemacht.

Viel Platz

Wer sich über Abstandsregelungen keine Gedanken machen möchte, kann ins Luftfahrttechnische Museum Rechlin fahren. Besucherschlangen sind hier Fehlanzeige. „Wir haben eine Innenraum-Fläche von 4000 Quadratmetern”, sagt Torsten Heinrichs, Vorsitzender des Fördervereins. Insgesamt betrage die Ausstellungsfläche 26 000 Quadratmeter – da gibt es genügend Platz. Die Besuchszahlen im Juni lägen auf dem Niveau von 2019. Aber: „Durch die coronabedingte Schließung fehlen uns 4500 Besucher und damit 40 000 Euro”, sagte Heinrichs. Das werde man nicht mehr aufholen. In seinen Augen fehlen vor allem die Tagesgäste aus Berlin und Brandenburg.

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