Event in Lärz

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Ohne Karte keine Chance beim Fusion-Festival

Einer von mehreren Drachen, die die Turmbühne nachts in eine feuerspeiende Arena verwandeln. Hannes aus Berlin speist das metallene Wesen mit dem nötigen Treibstoff. Es wurde in einer Berliner Künstlerwerkstatt vorgefertigt und jetzt montiert.
Einer von mehreren Drachen, die die Turmbühne nachts in eine feuerspeiende Arena verwandeln. Hannes aus Berlin speist das metallene Wesen mit dem nötigen Treibstoff. Es wurde in einer Berliner Künstlerwerkstatt vorgefertigt und jetzt montiert.
Elke Enders

Von Donnerstag bis Sonntag steigt zum 18. Mal das Fusion-Festival auf dem Kulturkosmosgelände in Lärz. Wieder ist es ein gigantisches Spektakel mit Ecken und Kanten, Verrücktheiten, Unglaublichem und mehr – das je nach Windrichtung weit zu hören ist.

Insgesamt 736 Künstler-Acts bekommen die Besucher beim Fusion-Festival auf dem Kulturkosmosgelände in Lärz präsentiert. 60 000 Tickets sind verkauft. Zudem sind um die 10 000 Crew-Mitglieder, Aufbauer, Helfer auf dem Gelände aktiv. Die Veranstaltung ist komplett ausverkauft. Und ohne Karte geht gar nichts mehr. Das stellte Vereinschef Martin Eulenhaupt unmissverständlich klar. Es werde rigoros durchgegriffen.  Denn: „Wir hatten im vergangenen Jahr mehrere tausend Ticketlose, wir wollen nicht, dass das zur Gefährdung aller durch Überfüllung führt“, verteidigt er die strengen Regeln.  Der Verein habe alles aufgeboten, was er für notwendig hält, um diese durchzusetzen. Der Zaun wurde aufgerüstet, doppelte Ausführung, zudem Scheinwerfer. Alles gleicht einem Grenzübergang. „Aber das musste sein. Wir wollen nicht, dass der Eindruck entsteht, man kann hier herkommen, ob man ein Ticket hat oder nicht“.

Und was wird aus jenen, die anreisen – ohne Karte? „Die schicken wir wieder nach Hause, sie werden mit dem Zug nach Neustrelitz geshuttelt, von dort geht es zurück“.

Theaterperformance auf der Inselseite

Dennoch gibt es ein Schmankerl für alle Interessierten – auch jene, die noch nie dabei waren und nicht in den Genuss einer Karte kamen. Am Freitag- und Sonnabendabend  gibt es eine Theaterperformance auf der Inselseite, jeweils um 23 Uhr.  Die Compagnie pipototal aus Frankreich zeigt die Open-Air-Produktion „Basculoscopia“, in deren Mittelpunkt ein apokalyptisches Stahlmonster steht. „Jules Verne und George Orwell haben am Tiefpunkt einer absynth-getränkten Nacht dieses riesige futuristische Hamsterrad-Karussell-Mobile entworfen: Pessimistisch, düster, aber dennoch fesselnd...“, heißt es in der Stückbeschreibung. Es ist der Höhepunkt der Fusion, der dazu noch allen offen steht. „Das Stück ist sehr spektakulär“, weiß Martin Eulenhaupt, der darauf hinweist, dass es auch für Kurzbesucher aus der Region gedacht ist. Jene Gäste sollten dafür den Parkplatz in Lärz, Richtung Gaarz, auf dem Acker nutzen, dann über die Eisenbahnbrücke und den Radweg direkt zum Aufführungsort auf die „Insel“ (links von der Kreisstraße gelegen) kommen. Das große Festival-Gelände bleibt für kartenlose Besucher dennoch tabu.

Indes sind alle Ecken und Bereiche auf dem großen Veranstaltungsgelände wieder aus dem Dornröschenschlaf herausgeputzt. Noch wird überall gewirtschaftet. Das Areal gleicht einem riesigen Bauhof. Neu ist, dass es zusätzlich zu den bestehenden Sanitärbehältnissen 100 Bio-Öko-Trockenklos gibt – die zur allgemeinen Entspannung beitragen sollen. 

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